Sprungziele
Inhalt

Presse

An dieser Stelle finden Sie Presseinformationen aus dem Bereich der Gleichstellung.

Brötchentütenaktion »Gewalt kommt nicht in die Tüte«

Rund um den 25.11.2022 – den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – soll durch das Verteilen der Brötchentüten in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke auf das Thema Häusliche Gewalt aufmerksam und das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen bekannt gemacht werden.

Die diesjährige Aktion wird zum 3. Mal von den Arbeitsgemeinschaften der Kreise Herford und Minden-Lübbecke, den Soroptimistinnen Lübbecker Land und Bad Oeynhausen/Wittekindsland und dem Fachforum gegen Häusliche Gewalt im Kreis Herford durchgeführt.

Auch in Vlotho wird für diese Aktion geworben. Eine Verteilung der Brötchentüten im Aktionszeitraum vom 18. bis zum 25.11.2022 erfolgt durch die Bäckereien Leunig, Tante Serap und Onkel Walter sowie den Tafeln in Vlotho und Bad Oeynhausen.

Aktionsmonat November: »Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen«

Auch in diesen November finden wieder einige Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungstellen im Kreis Herford rund um das Thema „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ statt.

Die Veranstaltungen wollen auf verschiedene Art und Weise auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen.

Denn:

  • jede 3. Frau in Deutschland hat schon mindestens einmal in ihrem Leben häuslicher Gewalt erlebt.
  • jährlich müssen etwa 40.000 Frauen und Kinder vor der Gewalt ihres Partners in ein Frauenhaus flüchten.
  • in Deutschland wird alle 2,5 Tage eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet.

Seit 1999 ist der 25. November als internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen von den Vereinten Nationen anerkannt. Hierzu findet dieses Jahr unter anderem eine Frauendemo in Herford statt. Die Demo startet nach einer kurzen Auftaktveranstaltung um 15:30 Uhr am Kreishaus und endet gegen 17:00 Uhr am Rathaus in Herford.

In Vlotho werden im Aktionszeitraum „Orange the world“, vom 25.11. bis zum 10.12.2022, 2 Denkmäler in der Innenstadt verhüllt sein.

Alle Veranstaltungen finden Sie im angehängten Flyer.

Papierflyer liegen im Rathaus Vlotho für Sie bereit.

Roll Up- Ausstellung über »Frieda« Nadig in der Kulturfabrik Vlotho ab 2. Mai 2022

„Frieda“ Friederike Charlotte Louise Nadig wurde am 11.12.1897 in Herford geboren und war eine SPD-Politikerin die sich engagiert für die Rechte und die Gleichberechtigung von Frauen einsetzte. Zusammen mit Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel wurde sie 1948 in den Parlamentarischen Rat berufen und arbeitete am Entwurf des Grundgesetzes mit.

Das Leben und den politischen Werdegang sowie das frauenpolitische Engagement von Frieda Nadig zeigt eine Roll Up-Ausstellung die in der Zeit vom 2. bis 15 Mai 2022 im Foyer (1. Etage) der Kulturfabrik Vlotho, Lange Str. 53 in Vlotho zu sehen ist.

Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.

Die Ausstellung kann 
dienstags von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr
mittwochs von 12 bis 15 Uhr
donnerstags von 16 bis 19 Uhr und 
freitags von 9 bis 12 Uhr besichtigt werden.

Gerne können auch Besuche außerhalb dieser Zeiten unter der Telefonnummer 05733  924-122 abgestimmt werden.

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Vlotho lädt recht herzlich zu einem Besuch ein.

Gleichstellungsbeauftragte besucht Jungen-/Mädchenprojekt des Weser-Gymnasiums

Am 27.04.2022 hat unsere Gleichstellungsbeauftragte Silvia Rose die Klasse 6b des Weser-Gymnasiums Vlotho anlässlich des Jungen-/Mädchenprojektes im Jugendzentrum bzw. der Kulturfabrik Vlotho besucht.

Das Projekt wurde von Sandra Forte (Schulsozialarbeiterin WGV) und dem Sozialpädagogen Matthias Hapke (Jugendzentrum Vlotho) geleitet. Nach einem gemeinsamen Kennenlernblock zur Stärkung der Klassengemeinschaft wurden die Mädchen und Jungen in getrennte Gruppen eingeteilt und haben verschiedene Spiele und Übungen zur eigenen Stärkenfindung und zum Umgang mit Gefühlen erlernt.

Ab sofort in der Ausleihe der Stadtbücherei Vlotho: »Missy Magazine«

Die Zeitschrift richtet sich an Menschen, die sich für Popkultur, Politik und Style interessieren und berichtet unter anderem von herausragenden Künstler*innen, die Musik machen, Filme drehen oder fotografieren sowie über Aktivist*innen, die die Welt retten oder auf andere Arten bemerkenswert sind. Das Magazin versteht sich als feministisch und erscheint 6 x jährlich.

„Das Magazin liegt seit heute aus und schon gleich haben sich zwei Interessentinnen gemeldet!“, freut sich Vlothos Gleichstellungsbeauftragte Silvia Rose.

Diese Ausleihe wird durch eine Kooperation der Stadtbücherei Vlotho und der Gleichstellungsstelle der Stadt Vlotho gefördert.

Hilfe für geflüchtete Frauen

Hilfe bei Gewalt gegen Frauen und Kinder und für Schwangere in Not:

Hier finden Sie Hilfe-Telefonnummern, an die Sie sich jederzeit wenden können. Die Anrufe sind anonym und kostenfrei.
Im Notfall rufen Sie die Polizei unter 110 an.

Vlotho: Mit roter Fahne und roter Tasche ein Zeichen zum Equal Pay Day setzen

In diesem Jahr muss eine Frau bis zum 07. März 2022 arbeiten, um das Geld zu verdienen, das Männer schon am 31. Dezember 2021 in der Tasche hatten. Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen liegen in Deutschland aktuell bei 18 Prozent.

Darauf macht der Equal Pay Day (EPD) aufmerksam, der 2008 erstmals als bundesweiter Aktionstag startete. Das Symbol des EPD ist die rote Tasche. Sie steht für „rote Zahlen“ und dafür, dass Frauen „weniger in der Tasche“ haben als Männer. Der diesjährige EPD steht unter dem Motto: “Equal pay 4.0 - gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt“.

Zusammen mit dem Bürgermeister Rocco Wilken, Anja Plöger (Leiterin der Jugendkunstschule Vlotho) und Erika Reuter (Bürgerin, die sich für gerechte Entlohnung stark macht) hat unsere Gleichstellungsbeauftragte Silvia Rose an diesem Tag die „Equal Pay Flagge“ gehisst sowie ein weiteres, gut sichtbares „rotes Zeichen“ vor das Vlothoer Rathaus gestellt.

Internationaler Frauentag am 8. März 2022

Was ist der Internationale Frauentag?

Der 8. März soll eine Bedeutung haben. Ursprünglich hieß es, bereits am 8. März 1857 habe es in New York einen Streik von Textilarbeiterinnen gegeben. Darauf gibt es jedoch keine Hinweise. Belegt ist aber, dass Arbeiterinnen, Ehefrauen und Bäuerinnen am 8. März 1917 streikten und eine Revolution auslösten.

In Deutschland war Clara Zetkin eine bekannte Frauenrechtlerin und eine der Initiatorinnen des internationalen Frauentages. Die wichtigste Forderung damals war das Frauenwahlrecht. Dieses wurde in Deutschland 1918 eingeführt und erstmals 1919 angewandt. Bis heute hat die Frauenbewegung viele Errungenschaften vorzuweisen. Doch Ungleichheit und Gewalt gegenüber Frauen existieren trotzdem.

  • Der Internationale Frauentag wird jedes Jahr am 8. März begangen.
  • Der Internationale Frauentag ist im Bundesland Berlin gesetzlicher Feiertag, in den übrigen 15 Bundesländern jedoch (noch) nicht. In Mecklenburg-Vorpommern wurde beschlossen, dass auch dort der 8. März ein Feiertag werden soll. Allerdings erst ab 2023.

Das Motto des Weltfrauentags 2022 lautet: „Break the Bias“

Jedes Jahr steht der Frauentag unter einem bestimmten Motto. Das Motto der Vereinten Nationen (UN= united nations) für den Weltfrauentag 2022 lautet „Break the Bias.“ Auf Deutsch bedeutet das so viel wie: „Stoppt die Voreingenommenheit“. Es geht also darum, Stereotypen und Voreinstellungen gegenüber Frauen und Mädchen zu durchbrechen und dadurch für mehr Gleichberechtigung zu sorgen.

Im Zuge der Feierlichkeiten zum Weltfrauentag 2022 hat der Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Nähere Information hierzu finden Sie auf der Homepage der Stadt Vlotho unter www.vlotho.de.

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2022 sprechen wir allen Menschen in der Ukraine unsere volle Solidarität aus und fordern das sofortige Einstellen der Kriegshandlungen seitens der russischen Regierung.

Wir möchten besondere Aufmerksamkeit auf die Situation von Frauen und Mädchen in der Ukraine richten. Krieg und damit einhergehend Vertreibung und Flucht bedeuten für Frauen und Mädchen immer die Bedrohung durch Gewalt. Krieg bedeutet für viele Frauen und Mädchen auch Traumatisierungen und ein mögliches Ausgeliefert-Sein in neue Gewaltstrukturen.

"Wenn Sie eine Frau sind, haben sie seit Jahresbeginn bis jetzt umsonst gearbeitet" Heute ist Equal Pay Day.

Heute ist der Internationale Aktionstag für die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern: Der Equal Pay Day, mit dem auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht wird. In Deutschland liegt die Bezahlung von Frauen für ihre Arbeit derzeit im Durchschnitt 18 Prozent unter der von Männern.

Angenommen Männer und Frauen bekommen den gleichen Stundenlohn: Dann steht der Equal Pay Day für den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer schon seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Rechnerisch haben Frauen in Deutschland bis zum heutigen Tag umsonst gearbeitet.
In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl bei uns nur sehr langsam verringert. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland übrigens auf einem der letzten Plätze.

Die Ursachen für die Lohnlücke sind vielfältig; zu den wichtigsten zählen die ungleiche Aufteilung der Care-Arbeit, fehlende Gehaltstransparenz, Beeinflussung bei der Berufswahl durch gängige Rollenstereotype, schlechtere Bezahlung von frauentypischen Berufen. Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechnet und sich Frauen und Männer anschaut, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke.

Der Equal Pay Day wurde 2008 auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V. erstmals in Deutschland durchgeführt und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women schufen 1988 mit der Red Purse Campaign ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany auf, sodass die roten Taschen bundesweit zum Symbol des Equal Pay Day wurden. Inzwischen gibt es den Equal Pay Day in 32 europäischen Ländern und weltweit.

Ampel-Koalition vergrößert das Minijob-Problem

Schon im Koalitionsvertrag wurde es angekündigt und jetzt legt Arbeitsminister Hubertus Heil einen ersten Gesetzesentwurf vor: Im Zusammenhang mit der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12,- Euro ist die Erhöhung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf 520 €uro monatlich vorgesehen, orientiert an einer Wochenarbeitszeit von 10 Stunden. Und damit nicht genug: Steigt zukünftig der Mindestlohn, soll auch automatisch die Einkommensgrenze bei den Minijobs steigen.

Werden dies Pläne umgesetzt,  bleiben 7 Millionen Minijobber*innen, zwei Drittel davon Frauen weiterhin aus der sozialen Absicherung ausgeschlossen. Wo doch gerade die Pandemie gezeigt hat, was das für sie bedeutet: Kein Anspruch auf Kurzarbeiter-,  Arbeitslosen- oder Krankengeld! Und es waren die Minijobber*innen, die besonders häufig ihre Arbeit verloren. Nach Schätzungen des DIW Berlin wurden 2020 zwölf Prozent, ca. 850 000 Minijobber*innen arbeitslos. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ging demgegenüber nur um 0,2 Prozent zurück.

„Seit vielen Jahren weisen wir darauf hin, dass gerade Frauen die Leidtragenden dieser Beschäftigungsform sind. Für viele ist nach der Familiengründung die Rückkehr in reguläre Arbeit besonders unattraktiv: Einerseits sind sie in der Krankenversicherung mit versichert, andererseits ist ein Minijob nicht nur steuerfrei sondern in Kombination mit dem Ehegattensplitting und den Steuerklassen 3 und 5 besonders attraktiv! Denn um mehr zu verdienen und auch beruflich bessere Karrierechancen zu haben, müssten die Frauen schon sehr viel mehr arbeiten!“ , so Monika Lüpke Sprecherin des Netzwerkes „Frauen & Arbeitspolitik“. „Insofern tragen gerade auch die Minijobs zur ungleichen Verteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit, der Entgelt- und der späteren Rentenlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland bei. Wenn wir tatsächliche Gleichstellung wollen, dann ist ein wichtiger und notwendiger Schritt die Überführung der Minijobs in die Systeme der sozialen Sicherung. So wie es auch in den Wahlprogrammen von SPD und Bündnis  `90/ Die Grünen versprochen wurde. Die jetzt vorgesehene Anhebung und dynamische Anpassung der Verdienstgrenzen verstärken aber die Fehlanreize für junge Familien anstatt sie zu überwinden!“

Wir fordern die Bundesregierung auf, hier endlich die oft bereits in Aussicht gestellte Kehrtwende in der Politik zu vollziehen! Wieviele Studien braucht es noch um die schädliche Wirkung dieser Beschäftigungsform für Frauen, für die Geschlechtergleichstellung und für die Gesellschaft zu belegen?    

Ihre Ansprechpartnerin: Monika Lüpke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne

Villa Meyer • Oeynhausener Str. 18 • 32584 Löhne

05732 / 100344 • m.luepke@loehne.de

www.arbeitsmarkt-expertinnen.de

Februar/März-Programm der kommunalen Gleichstellungsstellen

Der Arbeitskreis der kommunalem Gleichstellungsstellen im Kreis Herford hat ein sehr ansprechende Aktionsprogramm für den Zeitraum 26. Februar 2022 bis 30. März 2022 zusammengestellt.

An verschiedenen Tagen an unterschiedlichen Orten im Kreisgebiet werden unter anderem Lesungen veranstaltet, Fachvorträge gehalten, Kinofilme vorgeführt sowie Kabarett und Theaterprojekte angeboten. Aus dem beigefügten umfangreichen Programm sind die jeweiligen Ansprechpartner*innen der Kommunen bzw. des Kreises Herford sowie weitere Informationen ersichtlich.

Veranstaltungstipp: Stadtführung in Vlotho am Donnerstag, 10. März 2022 für Frauen: „Wer waren sie – Frauen in der Vlothoer Geschichte"

Seit dem 19. März 1911 wird der Frauentag in Deutschland gefeiert. Seit dem Jahr 1921 findet er international jährlich am 8. März statt. Der Frauentag sollte ein Zeichen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen setzen. Auch wenn die Zielsetzung des Wahlrechts für Frauen inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität. Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren!

Im Zuge der Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag veranstaltet die Gleichstellungsstelle der Stadt Vlotho eine Stadtführung zum Thema "stolze und mutige Frauen“.

Die Stadtführerin Elisabeth Petzholdt gibt interessante Informationen zu stolzen und mutigen Vlothoer Frauen, die etwas bewegt haben und sich dem täglichen Kampf ihres Alltags gestellt haben.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos; die Teilnehmerinnenanzahl ist begrenzt.

Treffpunkt am Donnerstag, 10. März 2022 ist am Eingangsbereich des Rathauses Vlotho um 17.00 Uhr. Die Veranstaltung wird voraussichtlich ca. 90 Minuten dauern.

Eine Anmeldung ist unter der Telefonnummer 05733  924-122 oder E-Mail: s.rose@vlotho.de erforderlich. Anmeldungen werden ab 21. Februar 2022 entgegengenommen.

Aufgrund der sich aktuell stets ändernden Coronalage kann es zu kurzfristigen Änderungen kommen.

Stadtführung am Donnerstag, 10. März 2022 für Frauen: „Wer waren sie – Frauen in der Vlothoer Geschichte"

Seit dem 19. März 1911 wird der Frauentag in Deutschland gefeiert. Seit dem Jahr 1921 findet er international jährlich am 8. März statt. Der Frauentag sollte ein Zeichen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen setzen. Auch wenn die Zielsetzung des Wahlrechts für Frauen inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität. Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren!

Im Zuge der Feierlichkeiten zum Internationalen Frauentag veranstaltet die Gleichstellungsstelle der Stadt Vlotho eine Stadtführung zum Thema "stolze und mutige Frauen“.

Die Stadtführerin Elisabeth Petzholdt gibt interessante Informationen zu stolzen und mutigen Vlothoer Frauen, die etwas bewegt haben und sich dem täglichen Kampf ihres Alltags gestellt haben.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos; die Teilnehmerinnenanzahl ist begrenzt.

Treffpunkt am Donnerstag, 10. März 2022 ist am Eingangsbereich des Rathauses Vlotho um 17.00 Uhr. Die Veranstaltung wird voraussichtlich ca. 90 Minuten dauern.

Eine Anmeldung ist unter der Telefonnummer 05733  924-122 oder E-Mail: s.rose@vlotho.de erforderlich. Anmeldungen werden ab 21. Februar 2022 entgegengenommen.

Aufgrund der sich aktuell stets ändernden Coronalage kann es zu kurzfristigen Änderungen kommen.

"One Billion Rising" - Tanzen gegen Gewalt an Frauen

Aufstehen und tanzen für die Rechte von Mädchen und Frauen, möglich macht das der weltweite Tanz-Flashmob „One Billion Rising“, wie Silvia Rose, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho, erklärt:

„Am 14. Februar jeden Jahres werden die Menschen auf der ganzen Welt dazu aufgefordert sich zu erheben und zu tanzen, um das Ende dieser Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie Gleichstellung und Gleichberechtigung zu fordern“.

Die eine „Milliarde“ deutet auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben (sexuelle-)Gewalt erlebt, erklärt Rose. Die Kampagne wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert und im Rahmen der V-Day Bewegung (weltweiteBewegung um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu stoppen) gestartet. Es ist eine der größten Kampagnen weltweit zur Beendung von Gewalt gegen Frauen mit tausenden von Tanz-Events in bis zu 190 Ländern der Welt.

 „Leider ist die lokale Durchführung eines Tanzprojekts in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Auch eine geplante, kleinere Aktion konnte leider nicht verwirklicht werden“, so Silvia Rose.

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Vlotho möchte dennoch auf die Kampagne aufmerksam machen und hofft, im nächsten Jahr ein entsprechendes Tanzprojekt anbieten zu können.

Eine Übersicht über die landesweiten Aktionen kann unter http://www.onebillionrising.de/ aufgerufen werden.

* Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet deutschlandweit seit März 2013 unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 erste Hilfe an. Es ist ein Unterstützungsangebot für Frauen, die von jeder Form von Gewalt betroffen sind, und steht rund um die Uhr zur Verfügung.

Frauenauftakt 2022: Digitaler Auftakt mit dem Schwerpunkt Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten

Seit Jahren schon wird der Frauenauftakt im Kreishaus von der Gleichstellungsstelle des Kreises Herford organisiert und traditionell sind immer nur Frauen dabei. Die einzige Ausnahme bildet Landrat Jürgen Müller, der den Frauenauftakt eröffnet und alle Frauen im Kreis Herford dazu einlädt. Das war dieses Jahr nicht anders. Jedoch fand der Frauenauftakt -nach einem Jahr pandemiebedingter Pause - dieses Mal digital statt.

Inhaltlich passte das hundertprozentig zum Themenschwerpunkt dieses Abends, denn der lautete: „Digitalisierung und wie Digitalisierung geschlechtergerecht gestaltet werden kann“. Ein hochaktuelles Thema in Zeiten wachsender IT-Unternehmen und damit wandelnder Berufsbilder, in Zeiten steigender Homeoffice-Arbeitsplätze, zunehmender Social-Media-Kanäle und der Entwicklung neuer Zukunftstechnologien.

An diesem Wachstum haben aber nicht alle Anteil: Weniger als 25 Prozent der Studierenden in Ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen sind Frauen,

weniger als 12 Prozent der Auszubildenden in MINT-Berufen sind Frauen. Für Landrat Jürgen Müller Anlass, den Frauenauftakt mit einen starken Appell zu starten: „Wir müssen alle mehr unternehmen, damit auch Mädchen und Frauen Chancen in Zukunftsberufen erhalten. Dafür brauchen wir starke Frauen, die auch Vorbilder für junge Mädchen sind. Deswegen bitte ich Sie: Nutzen Sie jedes Gespräch mit jungen Mädchen und Frauen, um sie für technische oder IT-Berufe zu begeistern – wir brauchen in diesen Bereichen weibliche und männliche Beschäftigte. Es sind die Fachkräfte von morgen, die wir auch im Kreis Herford dringend brauchen“.

Jutta Kühl, die als Expertin aus Berlin den 3. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vorgestellt hat, unterstützte das und machte deutlich, dass die Unternehmen einiges dafür tun können, dass sich Frauen in den technischen Arbeitsfeldern wohlfühlen. Sie wies darauf hin, wie wichtig es ist, dass sich die gesamte Zivilgesellschaft und Frauen in die Entwicklung der Digitalisierung einbringen und die Technik mitgestaltet wird. Dann könne Digitalisierung eine Chance für die Gleichstellung sein und Diskriminierungen könnten verhindert werden.

Hier knüpfte die zweite Expertin des Abends, Romy Stühmeier vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in Bielefeld, an und freute sich über den Kompetenzzuwachs in Sachen Technik, der durch die Pandemie entstanden ist. Überraschend war für die Teilnehmerinnen nicht nur der rasante Anstieg der Technikkompetenzen bei Frauen in der Pandemie, sondern dass der technische Kompetenzvorteil der Männer tatsächlich geringer als angenommen ist. Stühmeier stellte neue Lernformen wie das Mikrolearning vor, die flexibler sind und eine lebenslange Fortbildung ermöglichen. Sie erläuterte die digitalen Basiskompetenzen und machte den Frauen Mut, dass diese Kompetenzen in jedem Alter noch erlernbar sind.

Die Vorträge zeigten, dass die Digitalisierung viele Chancen und Risiken für die Gleichstellung bieten und es deshalb ganz besonders für Frauen wichtig ist, sich mit diesen Themen zu befassen.

Ein besonderes Highlight des Abends war die Löhner Sängerin und Musikerin Romina Markmann, die mit der Pianistin Frauke Ussling live im Kreishaus spielte und von dort auf die Bildschirme der Zuhörerinnen übertragen wurde. Sie sang Songs von starken Frauen aus Musicals – darunter bekannte Lieder aus Cats, dem Zauberer von Oz oder Sister Act. Sie schaffte es, mit ihrer Stimme Gänsehautfeeling auszulösen. Die Musicalsängerin hat derzeit ein Engagement im Bielefelder Stadttheater.

Über 80 Frauen nahmen an dem digitalen Frauenauftakt teil – moderiert von der Gleichstellungsbeautragten Simona Langenberg, die sich über die vielen Impulse und die regen Diskussionen im Chat freute. Damit konnten die Vorteile der Technik gut integriert werden.

Das Fazit der Veranstalterinnen: Die digitale Premiere ist gelungen und trotzdem freuen sich alle, wenn die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder gemeinsam im Kreishaus stattfinden kann.

Hinweis: Unter www.dritter-gleichstellungsbericht.de können die Inhalte des Gutachtens nachgelesen werden und Themenblätter, die ausgewählte Aspekte des Gutachtens kurz vorstellen, heruntergeladen werden. 

Neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho

Mit Wirkung vom 15. Dezember 2021 ist Frau Silvia Rose zur neuen Gleichstellungsbeauftragten der Stadtverwaltung Vlotho bestellt worden.


Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt bei Angelegenheiten mit, die Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frau und Mann und die Anerkennung ihrer gleichwertigen Stellung in der Gesellschaft haben.

Gerne steht auch Ihnen die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho verwaltungsextern als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an Frau Rose, wenn Sie sich in Partnerschaft und Familie, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Leben benachteiligt fühlen, falls Sie konkrete Hilfestellungen oder Unterstützung bei der Durchsetzung Ihrer Rechte benötigen, Kontakte zu weiterführenden Stellen knüpfen möchten oder Informationen und Auskünfte zu gesellschaftsrelevanten Themen (Gewaltprävention, Vereinbarkeit von Beruf oder Pflege, Karriere und Familie, Wiedereinstieg in den Beruf etc.) benötigen.

Eine Kontaktaufnahme ist unter der Telefonnummer 05733  924-122 oder per E-Mail über: s.rose@vlotho.de möglich.

Bewerbungsaufruf für das TERRE DES FEMMES Jugendbotschafterinnen-Programm

Das TERRE DES FEMMES Jugendbotschafterinnen-Programm geht ab 11. März 2022 in die 3. Runde!

Frauen zwischen 18 und 32 Jahren haben als Jugendbotschafterin die Chance ehrenamtlich, eigenständig und öffentlichkeitswirksam die Arbeit von TERRE DES FEMMES zu unterstützen. Die Bewerbungsfrist endet am 23.01.2022. Alle Informationen rund um das Programm und die Bewerbung mit Motivationsschreiben und Lebenslauf finden Sie HIER. Der neue Jugendbotschafterinnen-Zyklus wird am 11./12. März 2022 mit einem Workshop starten und im Herbst 2023 zu Ende gehen.

Was erwartet die Jugendbotschafterinnen?

TERRE DES FEMMES bietet als Rahmenprogramm drei Workshops an, die den Jugendbotschafterinnen dabei helfen, ein eigenes Projekt zu entwickeln, selbstständig umzusetzen und das Ergebnis auszuwerten. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Teilnehmerinnen. Jugendbotschafterinnen sind oft in Sozialen Medien unterwegs, platzieren TERRE DES FEMMES Themen, realisieren eigene Podcasts oder schreiben einen Blog. Offline organisieren sie Veranstaltungsformate wie Podiumsdiskussionen, Flashmobs, Filmabende oder Lesungen. Auch Workshops in Selbstverteidigung oder zum Thema Alltagssexismus waren schon dabei. Der Kreativität und dem Organisationstalent einer Jugendbotschafterin sind keine Grenzen gesetzt!

Neben drei spannenden Workshops von TERRE DES FEMMES, Austausch und dem ein oder anderen AHA-Effekt, steht den Ehrenamtlichen für einen reduzierten Jugendbotschafterinnen-Beitrag natürlich auch die Teilnahme an unseren Arbeitsgruppen, Städtegruppen sowie die Mitgestaltung bei unserer Mitfrauenversammlung offen. Das selbst gewählte und umgesetzte Projekt steht für sich, zusätzlich gibt es eine Ehrenamtsurkunde von TERRE DES FEMMES.

Wir freuen uns über starke feministische Unterstützung!

Mitteilung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Vlotho

Liebe Frauen, der Landrat, Jürgen Müller, lädt Sie herzlich ein zum FrauenAuftakt 2022 am Donnerstag, 20. Januar 2022, um 18:00 Uhr.

ACHTUNG: Die Veranstaltung findet online statt und wird via Zoom durchgeführt. Die Einwahldaten werden Ihnen ein bis zwei Tage vor der Veranstaltung zugeschickt. Gerne wird Ihre Anmeldung, möglichst bis zum 16. Januar 2022, unter folgendem Link entgegengenommen: www.kreis-herford.de/FrauenAuftakt

Programm:
Begrüßung durch Landrat Jürgen Müller

Vorträge:
Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten - Der Dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung
Dr. Mara Kuhl aus der Geschäftsstelle 3. Gleichstellungsbericht

Digitale Teilhabe von Frauen im Berufsleben
Romy Stühmeier, Kompetenzzentrum
Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.


Presse 2021

Frei leben, ohne Gewalt: Novemberflyer der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford ist da!

Wir sagen NEIN zu Gewalt an Frauen!

Seit 1999 ist der 25. November als internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen von den Vereinten Nationen anerkannt. Mit der von TERRE DES FEMMES entwickelten Fahnenaktion „frei leben – ohne gewalt” setzen seit 2001 auch im Kreis Herford Gleichstellungsstellen, Frauenprojekte und andere Institutionen sowie Verbände ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und gedenken all der Frauen, die ihr zum Opfer fielen.

Wir, die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsstellenim Kreis Herford und die Frauen- und Mädchenberatungsstellen laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltungsreihe im November ein!

Download Novemberflyer

-> Hier geht es zum Instagram-Account der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford

Ansprechpartnerinnen

Stadt Bünde
Dorit Bethke 05223 - 161 275
d.bethke@buende.de

Stadt Enger
Ulrike Harder-Möller 05224 - 9800 40
u.harder-moeller@enger.de
Meike Kornblum (Mitarbeiterin) 05224 - 9800 41
m.kornblum@enger.de

Stadt Herford
Karola Althoff-Schröder 05221 - 189 463
karola.althoff@herford.de

Gemeinde Hiddenhausen
Andrea Stroba 05221 - 964 230
a.stroba@hiddenhausen.de

Gemeinde Kirchlengern
Britta Steffen 05223 - 7573 122
gleichstellungsstelle@kirchlengern.de

Stadt Löhne
Monika Lüpke 05732 - 100 344
m.luepke@loehne.de

Stadt Spenge
Birgit Mucha 05225 - 8768 600
gleichstellungsstelle@spenge.de

Stadt Vlotho
Nicole Schweitzer 05733 - 924 164
n.schweitzer@vlotho.de

Kreis Herford
Simona Langenberg 05221 - 13 1316
s.langenberg@kreis-herford.de
Amelie Witte 05221 - 13 1315
a.witte@kreis-herford.de

Frauen kriegen 350 Euro weniger pro Monat

Bielefeld (sas). Sie haben genauso lange Arbeitszeiten, sind beim Einkommen aber klar im Nachteil: In Ostwestfalen-Lippe verdienen Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, aktuell rund 350 Euro und damit zehn Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Darauf macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten aufmerksam. Die NGG beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt der durchschnittliche Verdienst von Beschäftigten mit voller Stundenzahl in OWL derzeit bei 3.424 Euro im Monat. Während Männer durchschnittlich 3.296 Euro verdienen, kommen Frauen auf 2.952 Euro im Monat.

„Die Zahlen zeigen, dass es bis zu einer echten Lohngerechtigkeit noch ein weiter Weg ist. Im Verkauf einer Bäckerei oder an der Rezeption eines Hotels – also bei Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden – sind die Einkommensunterschiede besonders groß“, sagt Gaby Böhm, Geschäftsführerin der NGG-Region Bielefeld-Herford. Das habe auch damit zu tun, dass sich Fleischereien, Bäckereien, Hotels und Gaststätten häufig nicht an Tarifverträge hielten – und viele Frauen in niedrigeren Positionen mit geringeren Löhnen abspeisten. Hinzu komme, dass Frauen überdurchschnittlich oft in Teilzeit- und Minijobs arbeiteten.

Die nächste Bundesregierung müsse gesetzliche Leitplanken für mehr Lohngerechtigkeit schaffen, fordert die NGG. Dazu gehörten ein verbindlicher Anspruch auf gleiches Geld für gleiche Arbeit und eine strukturelle Reform der Minijobs. Außerdem solle das Ehegattensplitting abgeschafft werden.

NW27.07.21

Wo Betroffene von häuslicher Gewalt Hilfe finden

Hilfsangebote, an die sich Betroffene von häuslicher Gewalt wenden können, seien gerade in der Corona-Pandemie wichtiger denn je. „Deswegen hat das Fachforum gegen Häusliche Gewalt im Kreis Herford seinen Flyer mit örtlichen Hilfsangeboten zur Unterstützung bei häuslicher Gewalt überarbeitet und neu aufgelegt“, schreibt die Stadt Löhne in einer Mitteilung.

„Viele Menschen verbringen im Moment mehr Zeit zu Hause und die Konflikte und die Fälle von häuslicher Gewalt nehmen stetig zu. Betroffene brauchen in diesen Situationen schnelle und übersichtliche Informationen, wo sie Hilfe und Beratungsmöglichkeiten finden können“, erklärt Monika Lüpke, Gleichstellungsbeauftragte der StadtLöhne.

Der Bedarf nach Hilfsangeboten zeigt sich auch beim Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik NRW. 2020 gab es insgesamt 29.155 Fälle von häuslicher Gewalt, davon waren 70 Prozent der Betroffenen Frauen. „Wir vermuten jedoch, dass die Dunkelziffer höher ist und die Zahlen im Laufe des Jahres 2021 weiter steigen werden“, erklärt Gerlinde Krauß-Kohn von der Frauenberatungsstelle „Herford und Notruf“.

Neben der Übersicht der Hilfsangebote im Kreis Herford werden auch die überregionalen Telefonberatungsangebote wie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ in 17 Sprachen und das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ aufgeführt.

Erhältlich ist der Flyer in sechs verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Kurdisch, Arabisch) und liegt in den Rathäusern und Beratungsstellen aus. Er kann hier heruntergeladen werden.

Das Gleichstellungsbüro des Kreises Herford schickt den Flyer nach Anfrage per E-Mail an gleichstellung@kreis-herford.de auch gerne zu.

Frauen am Krisenherd: Warum die Pandemie weiblich ist

Zwischen Homeoffice und Homeschooling: Frauen übernehmen häufig die Sorgearbeit und beschulen die Kinder. Für mehr Gleichberechtigung setzt sich das Netzwerk „Frauen und Arbeitspolitik“ ein.

Kreis Herford. Fair ist das Virus nicht. Die Pandemie wirkt wie ein Brennglas, sagt die Gleichstellungsbeauftragte aus Löhne, Monika Lüpke: „Sie zeigt auf, wo die Probleme liegen.“ Vielerorts sind vor allem Frauen besonders hart von der Krise betroffen. Sie übernehmen im Durchschnitt häufiger die Sorgearbeit, kümmern sich um den Haushalt oder die Pflege von Angehörigen, haben das Homeschooling der Kinder im Blick. All dies passiere meist unsichtbar im Hintergrund. Hinzukommt, dass viele Frauen nach wie vor auf Minijobs setzen. „Vielen fällt erst jetzt schmerzlich auf, dass sie durchs Raster fallen“, sagt Lüpke vom Netzwerk „Frauen und Arbeitsmarktpolitik“ im Kreis Herford.

Ob in der Gastronomie, im Supermarkt oder in der Pflege: In Deutschland gibt es fast acht Millionen Minijobs. Seit Jahren fordern Netzwerke, wie das aus dem Kreis Herford, dieses Arbeitsmodell aufzubrechen – bisher ohne Erfolg. Es sind die durch die Politik gefassten Strukturen, die das System unterstützen, sagt Lüpke und spricht im selben Atemzug das Ehegattensplitting an. „Das dürfte es längst nicht mehr geben.“ Denn die Aufteilung in die Steuerklassen 3 und 5 sei für nicht wenige Paare oft ein Grund dafür, dass der geringer verdienende Teil nur einen (steuerfreien) Minijob macht. Lüpke: „Das ist nicht die Schuld von Frauen und Männern, sondern unseres Systems. Eine individuelle Besteuerung ist wichtig.“

Wer einen Minijob hatte und diesen durch die Pandemie verloren hat, steht nun mit leeren Händen da. Eine Absicherung gibt es nicht. Minijobber bekommen weder Kurzarbeitergeld noch haben sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld, prangert das Netzwerk an, das sich seit 25 Jahren mit berufstätigen Frauen im Kreis Herford beschäftigt.

Eine Krise wie Corona haben die Mitwirkenden noch nie erlebt. Viele Frauen im Kreis haben etwa in der Gastronomie gearbeitet und ihren Job verloren. Wie hoch diese Zahl ist, darüber lässt sich nur mutmaßen. Statistiken gebe es nicht. Andererseits wurde durch die Krise die Belastung von Frauen im Gesundheitsbereich zwischen Beruf und Familie erheblich größer. Erschwerend kommt hinzu, dass in „lebensrelevanten“ Berufen (Pflege, Kassierer, Erzieher) die Ansteckungsgefahr aufgrund eines intensiveren Kontakts deutlich höher ist. Homeoffice ist in vielen dieser Berufe einfach nicht möglich. Man habe in der Pandemie zwar gemerkt, wie wichtig diese Jobs sind, doch die Wertschätzung sei vielerorts nicht über den Applaus zu Beginn der Krise hinausgegangen.

Laut der Bundesagentur für Arbeit haben im Juni des vergangenen Jahres 11,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen im Kreis Herford im Gesundheitswesen gearbeitet, darüber lag nur der Einzelhandel mit 12,1 Prozent. Auch die Arbeitszeitaufteilung hat in diesen Zeiten Folgen für berufstätige Mütter. Im Kreis Herford waren im Jahr 2020 52,1 Prozent aller Frauen teilzeitbeschäftigt, bei den Männern waren es nur 8,5 Prozent. Damit sind im Kreis 83,2 Prozent aller Teilzeitkräfte weiblich.

Berufstätige Mütter seien als Teilzeitkraft zwar flexibler als Vollzeitkräfte, verdienen aber deshalb auch weniger, mit den entsprechenden Auswirkungen auf die spätere Rente, gibt das Netzwerk zu bedenken. Aufgrund von Schul- und Kitaschließungen sind es vor allem die (teilzeitbeschäftigten) Mütter, die ihre Berufstätigkeit mit Kinderbetreuung und Homeschooling unter einen Hut bringen müssen. Und das ist oft ein Spagat. „Diese Frauen verdienen meine größte Hochachtung“, sagt Lüpke. Schließlich sei dies eine zusätzliche Belastung, die nicht zu unterschätzen ist.

Gleichzeitig arbeiten die Väter oft weiter in Vollzeit, sofern sie nicht in Kurzarbeit sind. Im Median verdienen Frauen im Kreis Herford 472 Euro weniger als Männer (Stand Dezember 2019). Steht also die Entscheidung an, wer beruflich kürzertreten oder unbezahlten Sonderurlaub nehmen muss, um Kinder zu betreuen, liegt es schon aus rein finanzieller Sicht nahe, die Kinderbetreuung der Frau zu überlassen, so das Netzwerk. Lüpke: „Den Frauen darf aufgrund der aktuellen Situation aber kein beruflicher Nachteil entstehen.“

Eine familienfreundliche Unternehmenskultur kann viel bewirken: Eine klare Kommunikation, flexible Arbeitszeitregelungen und die Möglichkeiten zu mobiler Arbeit können hier einen wichtigen Beitrag leisten, so das Netzwerk, das damit Möglichkeiten aufzeigt Frauen sind wichtige Arbeitskräfte, sie arbeiteten oft in systemrelevanten Bereichen, sind gut ausgebildet und müssten deshalb auch die gleichen beruflichen Chancen haben wie Männer.

Das Netzwerk

Um aufzuzeigen, wie unterschiedlich berufstätige Frauen im Kreis Herford von Corona betroffen sind, hat die NW mit mehreren Frauen Gespräche geführt und stellt in loser Folge ihre Lebenssituationen vor.

Das Netzwerk „Frauen und Arbeitspolitik“ gibt zudem weitere Hilfestellungen und hält Informationen bereit. Es ist erreichbar unter Tel. (0 57 32) 10 03 44 sowie unter www.arbeitsmarkt-expertinnen.de

(NW 04.05.2021)

6.400 Männer wurden Opfer häuslicher Gewalt

Düsseldorf. Es ist ein Tabu, aber dennoch ein Thema: Im Jahr 2019 wurden offiziell 6.400 männliche Opfer von partnerschaftlicher Gewalt verzeichnet. Das sind 17 Prozent. Hilfe erhalten Männer seit einem Jahr unter der Telefonnummer Tel. 0 800 1 23 99 00.

Bei dem Hilfetelefon sowie online unter www.maennerhilfetelefon.de sind seitdem rund 1.800 Kontakte eingegangen. „Das neue Unterstützungsangebot wurde sehr schnell angenommen – entgegen den Befürchtungen und Vorurteilen, dass Männer keine Hilfe suchen würden“, freut sich NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU).

Das deutschlandweit einmalige Angebot wurde vor einem Jahr von NRW und Bayern ins Leben gerufen. Nun kommt mit Baden-Württemberg ein weiteres Bundesland hinzu. Die Anrufer sind mehrheitlich (zu 77 Prozent) bis 50 Jahre alt, wie eine erste Auswertung ergeben hat. Schwerpunkte gebe es bei den 31- bis 50-Jährigen.

Betrieben wird das Angebot unter anderem durch die Beratungsstelle man-o-mann Männerberatung in Bielefeld. Der dort tätige Psychotherapeut Björn Süfke berichtete während eines gemeinsamen Pressegesprächs von ganz verschiedenen Gesprächspartnern, die ihm ihre Gewalt-Erfahrungen schilderten, darunter 20-Jährige ebenso wie ein 81-Jähriger. „Er konnte 70 Jahre lang nicht über seine Gewalterfahrungen sprechen“, sagte Süfke. Ein weiterer Mann habe vor allem psychische Gewalt erlebt – und sich lediglich per Mail gemeldet. Das zeige, wie wichtig verschiedene Kommunikationswege seien, so Süfke.

Im Sommer soll die Online-Beratung mit Chat-Funktion an den Start gehen, kündigte Scharrenbach an.

(NW 20.04.2021)

Kostenlose mehrsprachige breastcare App startet: Brüste checken kann Leben retten!

Pink Ribbon Deutschland setzt sich seit über 10 Jahren für mehr Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland ein. Nun bietet die gemeinnützige Organisation erstmalig eine App mit umfassenden Informationen zum Thema Brustkrebs und Früherkennung für deutschsprachige Frauen genauso wie für Frauen mit anderem sprachlichen und kulturellen Hintergrund an.

Bei dem neuen Projekt handelt es sich um eine App zum Thema Brustbewusstsein, welche nicht nur deutschsprachigen Frauen, sondern vor allem auch Frauen mit Migrationshintergrund dieses wichtige Thema näher bringen soll. Ziel ist es, jede Frau in ihrer Muttersprache zu erreichen.
In folgenden Sprachen wird die App zunächst zugänglich sein: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch. Türkisch, Hocharabisch und Farsi sind bereits in Vorbereitung. Weitere Sprachen sind in Planung. Die breastcare App bietet unter anderem einen Zykluskalender, der an das monatliche Abtasten der eigenen Brust erinnert. Ebenso gibt es Verlinkungen zu öffentlichen Stellen, wie Ämter für Migration und Integration sowie zertifizierte Brustzentren, an welche sich die Frauen wenden können, um weitere Informationen einzuholen oder wenn es um Fragen bzgl. ihrer Möglichkeiten im deutschen Gesundheitswesen geht.

Die breastcare App konnte durch eine Förderung der Philips Foundation realisiert werden. www.philips-foundation.com

Bei der App handelt es sich um ein dauerhaftes Projekt, das heißt sie wird unbefristet verfügbar sein. Weiterhin wird die App kostenfrei angeboten, auch sogenannte In-App-Käufe gibt es nicht und als gemeinnütziges Projekt ist die App frei von Werbung. Die Nutzerinnen müssen an keiner Stelle persönliche Daten eingeben, die außerhalb ihres Mobilfunkgeräts gespeichert werden. Sämtliche Funktionen der App können ohne Registrierung genutzt werden.

Alle Frauen sollen ungeachtet eventueller Sprachbarrieren auf die Wichtigkeit der Brustkrebs-Früherkennung aufmerksam gemacht werden, eine Hilfestellung erhalten, um den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und über verschiedene Kontaktlisten weiterführende Informationen (auch in der Situation einer Erkrankung) erhalten können. Die Aufbereitung der Inhalte und die optische Umsetzung sind in enger Abstimmung mit Frauen aus den Zielgruppen erstellt worden. „Uns war es sehr wichtig, nicht nur die sprachlichen Brücken zu bauen, sondern auch die Bildauswahl mit Rücksicht auf kulturelle Besonderheiten zu treffen“, erklärt Christina Kempkes, Kommunikationsleitung bei der gemeinnützigen Organisation Pink Ribbon Deutschland.

Fakten zum Thema Brustkrebs

Brustkrebs ist in den westlichen Staaten die häufigste Krebsart bei Frauen. Jede achte Frau erkrankt hier im Laufe ihres Lebens. Allein in Deutschland sind das jährlich rund 70.000 Neuerkrankungen. Doch was viele nicht wissen: Die Überlebensrate beträgt 82 Prozent, bezogen auf 10 Jahre. Grundlage für die mögliche Heilung ist unter anderem die frühe Erkennung der Krankheit.

Pink Ribbon - Aufklärung und Aufmerksamkeit

Seit den 90er-Jahren wird die pinkfarbene Schleife „Pink Ribbon“ weltweit als Symbol für das Engagement gegen Brustkrebs eingesetzt, nachdem die US-Amerikanerin Charlotte Haley erfolgreich Ansteckschleifchen angefertigt hatte, um auf die aus ihrer Sicht seinerzeit nicht zielführende Mittelverwendung des National Cancer Institute aufmerksam zu machen.

Seit 2010 schafft die gemeinnützige Kommunikationskampagne Pink Ribbon Deutschland mehr Aufmerksamkeit für das Thema Brustkrebs in Deutschland: für gesunde Frauen im Hinblick auf die Früherkennung der Krankheit, für Betroffene und ihre Familien und auch für deren Umfeld.

Der Slogan der Kampagne in Deutschland lautet: „BrustkrebsFrüherkennung? Hinfühlen statt Wegsehen!“ Er soll Frauen daran erinnern, dass Ärzte Frauen bereits ab einem Alter von 30 Jahren eine jährliche Vorsorgeuntersuchung empfehlen und diese auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Darüber hinaus können Frauen durch das monatliche Abtasten der Brust selbst dazu beitragen, einen eventuellen Krebs rechtzeitig zu entdecken – circa 80 Prozent der Mammakarzinome fallen bei solch einer Selbstabtastung auf.

Die Pink Ribbon Kampagne in Deutschland ist langfristig und ganzjährig angelegt, denn Brustkrebs soll nicht nur im „Brustkrebsmonat Oktober“ thematisiert werden. Die Kampagne wird über Sponsoren finanziert und entwickelt gemeinsam mit den Trägern Projekte, die das bürgerliche Engagement fördern. So wird einerseits die öffentliche Wahrnehmung gesteigert, anderseits kann jeder direkt mitmachen. Dazu gehört es, sich beispielsweise mehr zu bewegen und somit das eigene Krebsrisiko zu senken. Mehr Aufmerksamkeit für das Thema führt aber auch zu mehr Aufmerksamkeit für betroffene Familien im eigenen Umfeld – denen jede Unterstützung in ihrem erschwerten Alltag hilft.

Pink Ribbon Deutschland erreicht eine unvergleichliche Kommunikationsbreite. Unzählige Menschen können durch diese gemeinsame Arbeit jedes Jahr in ihrer Lebenswelt erreicht werden. Denn jeder Mensch, der aufgrund der Kommunikation von Pink Ribbon Deutschland beginnt, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, hat den ersten Schritt hin zur Früherkennung getan. Jeder Kontakt zählt. Denn Früherkennung kann Leben retten.

Offizielle Webseiten und Social Media:

www.pinkribbon-deutschland.de
www.schleifenroute.de
www.pink-kids.de
www.facebook.com/PinkRibbonDeutschland
www.instagram.com/pinkribbon.deutschland

Kostenlose neue breastcare App

Pressemitteilung vom Fachforum gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford bzgl. des Austrittes der Türkei aus der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder

Das Koordinierungsteam des Fachforums gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford, das sich seit 2003 für einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen gegen Gewalt einsetzt, verurteilt den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention, dem Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt auf das Schärfste!

Präsident Erdoğan hat den Austritt letzten Samstag per Dekret erklärt und schafft damit eine Rolle rückwärts für der türkischen Frauen weg von der Gleichberechtigung. Und das, obwohl die Türkei 2011 das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Istanbul als erster Beitrittsstaat ratifiziert hatte.

Grund für den Austritt ist demnach, dass laut Erdoğan die Konvention den "Aufbau der Familien" in der Türkei massiv einschränkt. Damit wird deutlich, dass der Präsident Gewalt gegen Frauen für ein privates Thema hält und sich der Verantwortung entzieht, Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen.

Dabei ist weltweit jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Deutschland wird jeden 3. Tag eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet! In der Türkei wurde lt. Renk Magazin 2019 474 Femizide verübt, was bedeuten würde, dass in dem Jahr über 100 mehr Frauen ermordet wurden, als das Jahr an Tagen hatte. Gewalt gegen Frauen darf daher kein privates Thema sein!

In Deutschland ist die Istanbul-Konvention seit 2014 in Kraft. Im Arbeitskreis Istanbul-Konvention des Fachforums gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford arbeiten Fachfrauen an einer systematischen Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Konvention auf kommunaler Ebene des Kreises Herford.

Ein Leben nach dem Frauenhaus

Kreis Herford. Gewalt, Unterdrückung, zerbrochenes Vertrauen: Wer ins Frauenhaus flüchtet, hat jahrzehntelang ein Leben voller Abhängigkeiten gelebt. Meist sind die Frauen geschlagen worden, und es wurden innerhalb der eigenen vier Wände immense Machtstrukturen aufgebaut. Auch spielt häufig familiäre Unterdrückung eine Rolle, einigen Frauen wird es untersagt, Deutsch zu lernen. Der Gang ins Frauenhaus soll die Gewaltspirale aufbrechen. Um nach dieser Übergangslösung ein neues, selbstbestimmtes Leben zu beginnen, ist viel Arbeit notwendig.

Anna hat das Ausbrechen aus ihrem gewaltdominierten Leben geschafft. Sie lebt im Frauenhaus Herford und bekommt hier die notwendige Unterstützung, um sich anschließend ein eigenes Leben aufzubauen. Der Club Soroptimist International Bad Oeynhausen-Wittekindsland betreut seit Jahren Frauen wie Anna und deren Kinder. „Viele hängen in der Luft, wenn sie das Frauenhaus verlassen“, sagt Roswitha Heitkamp-Kozma, Mitglied von Soroptimist International, das eine der weltweit größten Service-Organisationen berufstätiger Frauen ist.

Da setzt das Projekt BiA (Begleitung im Alltag) an. Ob bei der Wohnungssuche, bei der Schulanmeldung der Kinder, dem Gang zu Behörden oder zu Ärzten: Die Soroptimistinnen geben Hilfestellungen und begleiten die Frauen bei all diesen Wegen. Roswitha Heitkamp-Kozma: „Es ist ein Anker. Durch diese Hilfen erhoffen wir uns, dass die Gefahr gering ist, dass die Frauen wieder in eine prekäre Situation zurückfallen.“

Ob Frauen wie Anna dieses Angebot annehmen, bleibt allein ihre Entscheidung, sagt Carolin Erk vom Frauenhaus Herford, die das Projekt der Soroptimistinnen begrüßt und dieses koordiniert. Doch nicht nur nach dem Aufenthalt im Frauenhaus wird Unterstützung benötigt. Die Soroptimistinnen haben ihr Projekt deswegen ausgeweitet und finanzieren auch Coachings innerhalb des Frauenhauses. Es gibt Klangmassagen, Deutschkurse, aber auch Bewegungsangebote. Auch hier dürfen die Frauen entscheiden, ob sie eines oder mehrere Angebote wahrnehmen.
»Wir wollen ihnen helfen, wieder Fuß zu fassen«

„Der Deutschkurs hat mir schon viel geholfen“, sagt Anna im Telefongespräch mit der NW. „Ich kann schon etwas lesen.“ Einmal die Woche besucht Anna den Deutschkurs von Brigitte Wendel. Wendel geht dabei ganz individuell auf die Anforderungen der Frauen ein. Es gehe um Grundlagen, etwa beim Einkaufen, dass sich die Frauen verständigen können, etwas nachfragen können, erklärt Erk: „Dass sie selbstbestimmt und unabhängig sind, ist sehr wichtig.“ Die deutsche Sprache ist für Migrantinnen der Schlüssel, ihren Alltag alleine zu bestreiten.

Bei den Bewegungs- und Massageangeboten gehe es ums Fühlen. „Viele Frauen haben durch jahrelange Gewalt ein verzerrtes Ich-Bild zum eigenen Körper“, macht Erk deutlich. Sie sollen wieder ein gutes Gefühl bekommen, aber auch spüren, wann ihnen etwas nicht gut tut. Dann gilt es, Grenzen aufzuzeigen. „Das ist für alle Frauen am Anfang sehr schwer.“ Anna hat beim Tanzen gemerkt, dass ihr manche Bewegungen nicht gut tun. „Ich habe Kopfweh bekommen und dann aufgehört“, sagt sie. Anna hat ihre Grenze benannt und richtig gehandelt. Bei der Klangmassage ist wiederum der Entspannungsmoment entscheidend. Erk: „Das ist am Anfang gar nicht möglich. Oft sind die Frauen in einem Zustand der Übererregung.“ Hier gilt es, Vertrauen aufzubauen. „Das ist wichtig, die Frauen erfahren hier wieder Sicherheit“, sagt Erk.

Die Angebote der BiA-Frauen sind ihrer Meinung nach eine gute Ergänzung zu den eigenen Konzepten im Frauenhaus. „Es passt zu unserem Traumakonzept“, sagt Erk. Jede Frau habe traumatische Erlebnisse erlebt, die körperliche und seelische Folgen nach sich ziehen. Wegen Corona finden die BiA-Kurse allerdings nicht statt. „Wir und die Frauen warten sehnlichst darauf, dass es wieder losgeht.“

Der Club Soroptimist International Bad Oeynhausen-Wittekindsland, fördert seit mehreren Jahren das Projekt BiA. Im vergangenen Jahr ist das Angebot mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Herford ausgezeichnet worden. „Die Gleichstellung der Frau ist unser größtes Anliegen“, sagt Roswitha Heitkamp-Kozma, und das Frauenhaus-Projekt sei ein wichtiges Anliegen der Soroptimistinnen. Sie möchten den Frauen positive Gedanken vermitteln. „Die sozialen Kontakte sind in der Regel weg, wir wollen ihnen helfen, wieder Fuß zu fassen.“

Schritt für Schritt geht auch Anna diesen Weg und ist froh über die Angebote im Frauenhaus. Hier wohnt sie mittlerweile seit anderthalb Jahren. „Es ist ein Sonderfall“, sagt Erk. Im Durchschnitt sind die Frauen etwa sechs Monate hier, bevor sie ein neues, selbstbestimmtes Leben außerhalb der Einrichtung beginnen.

(NW 26.03.2021)

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache - Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) verurteilt den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention auf das Schärfste.

Seit Jahrzehnten setzen sich internationale Frauenverbände für einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt ein. In Istanbul wurde dazu 2011 das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, gezeichnet und von der Türkei als erstem Beitrittsstaat ratifiziert. Weitere 45 Staaten folgten. Am vergangenen Samstag hat der türkische Präsident Erdoğan per Dekret verfügt, dass die Türkei aus der Konvention austritt. Laut Erdoğan schränke die Konvention den "Aufbau der Familien" in der Türkei massiv ein.

Simone Thomas, eine von derzeit sieben BAG-Bundessprecherinnen, erklärt: „Damit hat der Präsident deutlich gemacht, was er von Gleichberechtigung hält. Die türkische Regierung sieht Gewalt gegen Frauen weiterhin als privates Thema an und entzieht sich der Verantwortung Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen. Die Unterdrückung der Frau wird toleriert und das Patriarchat verwehrt Frauen ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Die Türkei entfernt sich damit weiter von demokratischen Werten.“

Alarmierende Zahlen

Weltweit ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Deutschland ist die Istanbul-Konvention noch nicht in Gänze umgesetzt. Es gibt unvermindert hohe Zahlen an Partnerschaftsgewalt. Jeden 3. Tag wird eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet.  

Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie die häusliche Gewalt verschärft hat. In der Türkei wurden 2020 über 300 Femizide gezählt. Die Aufkündigung der Istanbul-Konvention in dieser Situation ist an Zynismus kaum zu übertreffen.

Deutschland und die EU müssen sich dem entschlossen entgegenstellen. Antifeministischen Strömungen muss mit aller Kraft entgegengetreten werden. „Frauenrechte sind Menschenrechte und dürfen nicht zurückgenommen werden“, so Simone Thomas.

Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltschutz sind keine Verhandlungssache. Die BAG zeigt sich solidarisch mit den Frauen in der Türkei und der türkischen Frauenbewegung und appelliert an die Bundesregierung, dem Austritt der Türkei Konsequenzen folgen zu lassen.

Gegen Diskriminierung und Rassismus

Jörg Lange (Diakonisches Werk) und Malika Mansouri (DRK Herford-Stadt) helfen in den beiden Antidiskriminierungsstellen gerne weiter. Sie wollen antirassistische Initiativen stärken und Menschen beratend helfen.

Mit zwei zusätzlichen Arbeitsstellen und einem gemeinsamen Projekt stemmen sich der Kreisverband Herford-Stadt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und das Diakonische Werk im Kirchenkreis Herford gegen alle Formen von Diskriminierung.

„Wir möchten einen starken Beitrag zu einer rassismusfreieren Gesellschaft und der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen leisten“, erklärt Ralf Hofmann, Kreisgeschäftsführer vom DRK Herford-Stadt. Das bestätigt Barbara Geisler-Hadler. „Seit vielen Jahren sind das DRK und wir unter anderem in der Beratung und Betreuung von Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte aktiv. Ich bin froh, dass wir jetzt das Angebot gemeinsam erweitern konnten“, sagt die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks.

Bereits Ende vergangenen Jahres wurden in Herford zwei vom Land NRW geförderte „Servicestellen für Antidiskriminierungsarbeit“ gegründet, jeweils eine beim DRK und beim Diakonischen Werk. Die zwei Servicestellen sind unabhängige Anlaufstellen für alle Menschen, die Diskriminierung und Rassismus erfahren.

In enger Zusammenarbeit sollen die beiden Servicestellen die Betroffenen beraten, unterstützen und stärken. „Also diejenigen, die zum Beispiel wegen ihres Kopftuches keine Arbeit bekommen“, erläutert Jörg Lange vom Diakonischen Werk. „Denn Rassismus, auch antimuslimischer Rassismus, ist leider längst salonfähig und verletzt die Betroffenen in ihren Rechten.“

Alle Menschen die Diskriminierung – egal ob im Alltag, im Beruf oder in Institutionen – erleben, können sich melden. Auch und gerade dann, wenn sie sich nicht ganz sicher sind, ob das, was sie erleben, diskriminierend oder rassistisch ist. Diskriminierung und Rassismus zu erkennen und zu benennen, ist für sich alleine schon eine schwierige Aufgabe, mit der Betroffene nicht allein gelassen werden sollen. In einem Gespräch lässt sich oft Klarheit gewinnen und Unterstützung finden. Die Servicestellen beraten im Rahmen ihrer Expertise selbst oder können weiterverweisen.
Die Beratung ist unabhängig, kostenlos, anonym und vertraulich. Sie kann per Mail, Telefon und persönlich wahrgenommen werden. Die Ratsuchenden können ihre Anliegen in einem geschützten Rahmen vortragen, Handlungsfähigkeit zurückgewinnen und sich beispielsweise über rechtliche Handlungsmöglichkeiten informieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation von DRK und Diakonischem Werk liegt in der Öffentlichkeitsarbeit. Vorträge, Fachgespräche und Workshops sollen die breite Öffentlichkeit diskriminierungs- und rassismuskritisch sensibilisieren und aufklären. Außerdem sollen zum Beispiel Organisationen dabei unterstützt werden, qualifizierte Antidiskriminierungsarbeit zu leisten und ihre eigene Arbeit kritisch zu reflektieren.
„Diskriminierung und Rassismus sind einfach zu benennen, wenn es um andere geht. Die eigentliche Aufgabe ist es, eigene individuelle und institutionelle Muster zu reflektieren. Insoweit wird das Thema institutioneller Rassismus eine große Herausforderung sein. Die beiden Träger gehen mit ihrer Schwerpunktsetzung positiv voran“, sagt Malika Mansouri vom DRK.

Weitere Kooperationen, die Vernetzung und der Austausch mit allen, die sich antidiskriminierend und rassismuskritisch einsetzen, sind gewollt.
Ratsuchende sowie am Thema Interessierte können die Antidiskriminierungsstellen telefonisch erreichen: Malika Mansouri beim DRK, Tel. 05221/1789823, und Jörg Lange, Diakonisches Werk, Tel. 05221/ 599833.

Westfalen-Blatt vom 17.03.2021

Wie Terre des Femmes sich für ein freies Leben von Frauen einsetzt

Die Organisation engagiert sich für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen. Seit September 2019 gibt es eine Städtegruppe Herford. Eine erste Veranstaltung ist im Juni geplant.

Herford. Im September 2019 fanden sich Frauen aus dem Kreis zu einer Städtegruppe der 1981 gegründeten Organisation Terre des Femmes (TDF) zusammen. Die bisher zwölf Frauen der Städtegruppe Herford wollen die Themen von TDF in die Region tragen, bestehende Angebote für Mädchen und Frauen bekannter machen, aber auch eigene regionale Schwerpunkte setzen.

Eines dieser Themen ist die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen. „Laut einer Studie von TDF leben mindestens 70.000 betroffene Frauen in Deutschland“, sagt Ella Kraft, außerdem gehe TDF von knapp 17.700 Minderjährigen im Land aus, die gefährdet sind. Zwar sei Genitalverstümmelung seit 2013 auch dank des Drucks von TDF ein Straftatbestand, aber oft finde die Verstümmelung während Urlaubsreisen oder anlässlich von Familienbesuchen im Ausland statt.

„Im Kreis Herford fehlt bisher eine spezielle Anlaufstelle für Mädchen, die Angst haben“, sagt Kraft, bisher werden hilfesuchende Mädchen meist nach Bielefeld verwiesen, dabei sei ein ortsnahes Angebot auch im Kreis Herford besonders wichtig.

Engagiert auf vielen Feldern für Gleichberechtigung

Ein aktuelles Thema ist das Engagement gegen Prostitution. „Der Kreis Herford ist eine Hochburg der Prostitution in Ostwestfalen-Lippe“, sagt Marita Brink-Stucht: „Die aktuellen Gesetze lassen es zu, dass Zuhälter unter dem Schutz der Legalität Frauen in die Prostitution zwingen können. So hat sich Deutschland zum größten Bordell Europas entwickelt.“ Daher begrüße TDF das „Netzwerk Pro Sexkaufverbot“ der SPD und auch die Initiative der Landes-CDU, sich verstärkt um so genannte Armutsprostitution zu kümmern.

In vielen Bereichen konnten seit 1997 durch eine Reihe von Gesetzen Verbesserungen in Deutschland erreicht werden. TDF ist politisch unabhängig und engagiert sich schwerpunktmäßig außer gegen weibliche Sexualverstümmelung und Prostitution, gegen häusliche und sexualisierte Gewalt, Frauenhandel und Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratungen , Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft und ganz allgemein für Gleichberechtigung und Integration.

„Wir wollen mit unserem Engagement die Arbeit von TDF-Berlin auf lokaler Ebene bekannt machen“, sagt Kraft: „Wir klären auf, wo Traditionen Mädchen und Frauen das Leben schwer machen. Wir protestieren, wenn Rechte beschnitten werden und fordern eine lebenswerte Welt für alle Mädchen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei!“ Über die Städtegruppe ist es möglich, an Referentinnen, Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit, Broschüren, Filme oder Theaterstücke zum Thema oder Daten und Fakten zum Themenkomplex der Menschenrechtsverletzungen zu kommen.

Lokal will die Gruppe die Arbeit von Projekten im Kreis unterstützen, die sich für eine wahre Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft einsetzen. Gedacht ist dabei an Projekte, Arbeitsgruppen, Beratungsstellen im Gesundheitswesen oder Integrationszentren, die mit der Gleichstellungsarbeit befasst sind.

Angesichts des schon vor dem Ersten Weltkrieg als Initiative sozialistischer Organisationen entstandenen Internationalen Frauentages am 8. März erinnert die Gruppe daran, dass einige der damaligen Forderungen wie die nach dem Frauenwahlrecht inzwischen erreicht seien, Forderungen wie die nach besseren Arbeitsbedingungen und Löhnen aber ein weltweites Thema bleiben.

Sorge, dass bereits Erreichtes wieder verloren gehen könnte

Mit Sorge beobachten die Frauen einen gesellschaftlichen Backlash gegen Frauen, der sich in vielen Formen ausdrückt. „Die Selbstverständlichkeit, mit der Frauen in der Corona-Krise wieder zurück zu Kindern und Küche gedrängt wurden, droht viele längst erreicht geglaubte Errungenschaften zunichte zu machen“, sagt Kraft, „andere Zeichen sind der wieder sinkende Anteil von Frauen im Bundestag oder der Sexismus, mit der Mädchen und Frauen in den sozialen Medien angegangen werden, wenn sie es wagen, sich mit kontroversen Meinungen zu Wort zu melden.“

Viele Mädchen und Frauen hätten zunehmend Angst und zögen sich aus öffentlichen Debatten zurück, andere seien es einfach Leid, um jede Selbstverständlichkeit gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe aufs Neue kämpfen zu müssen. Auch Mut machen will die TDF-Gruppe, denn, so Kraft, mehr Frauen in der Politik und entscheidenden Positionen seien gut für die Gesellschaft. Denn im Gegensatz zu Männern denken Frauen meistens Männer und das Gemeinwesen mit.

TDF-Herford ist per E-Mail an herford@frauenrechte.org zu erreichen und offen für neue an der Mitarbeit interessierte Frauen. Eine Veranstaltung zum Thema Genitalverstümmelung soll am 15. Juni stattfinden, so es Corona zulässt.

Neue Westfälische vom 17.03.2021

Gleicher Lohn gefordert

Verteilten am „Equal Pay Day“ Fairtrade-Rosen: Sina Oestreich, Susanne Rutenkröger und Dorit Bethke.

Bünde WB: Mit dem Hissen einer Fahne hat sich die Stadt Bünde an dem bundesweit durchgeführten „Equal Pay Day“ beteiligt. Bis zu diesem Tag haben Frauen in Deutschland nach Angaben der Organisatorinnen durchschnittlich umsonst gearbeitet, während Männer schon am 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt wurden. Der „Equal Pay Day“ wurde 2008 ins Leben gerufen.

In diesem Jahr konnte die Fahne schon am 10. März gehisst werden. Seit 2008 wird der Lohnunterschied („Gender Pay Gap“) in jedem Jahr geringer. „Zufrieden sein können wir aber dennoch nicht. Von beruflicher Chancengleichheit sind Frauen noch weit entfernt. So wird in Branchen, die von Männern dominiert werden, mehr verdient, als in Pflege- und Erziehungsberufen, den klassischen Frauendomänen. Die Corona-Pandemie macht besonders deutlich, dass ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden muss, indem die Care-Berufe auch finanziell aufgewertet werden“, berichtet Dorit Bethke von der Stadt Bünde.

Am „Equal Pay Day“ setzte die Stadt ein Zeichen und verteilte nach dem Motto „Rosen statt Veilchen“ 130 Fairtrade-Rosen in der Innenstadt. „Faire Rosen stehen für feste Arbeitsverträge, Gewerkschaftsfreiheit sowie Mutter- und Arbeitsschutz. Auch strenge Umweltkriterien für Pestizideinsatz, Wasser- und Müllmanagement gehören zu den Fairtrade-Standards“, erklärt Sina Oestreich vom Amt für Wirtschaft, Standortentwicklung und Kultur.


Westfalen-Blatt vom 13.03.2021

Leserbrief: Weiter Weg zur Gleichstellung

Löhne. Zur Berichterstattung zum Weltfrauentag äußert sich NW-Leserin Doris Witte.

Eine geschlechtergerechte Sprache bedeutet keineswegs Gleichstellung. Das Gendersternchen, seit langem viel diskutiert und gleichsam in aller Munde, bewirkt es tatsächlich mehr Gerechtigkeit?

Noch immer werden Frauen bei gleicher Tätigkeit schlechter entlohnt als Männer. Aus welchem Grund eigentlich; sie leisten doch dasselbe? Gut, dass sich Frauen, deren Meinung gehört wird, für andere in weniger starken Positionen einsetzen.

Ich stamme noch aus einer Zeit, in welcher es bei etlichen Zeitgenossen hieß: Der Junge soll auf jeden Fall studieren, das Mädchen sich um den Haushalt und später dazu um die alten Eltern kümmern; ja, nebenher soll es Geld zuverdienen. Es spielte keine Rolle, ob dieses Mädchen über sehr hohe Intelligenz und Talente verfügte. Seine Begabungen entdecken, entwickeln und vervollkommnen war ein Recht, das längst nicht allen zugestanden wurde. Diese leidvolle Erfahrung machte auch ich.

Aber Chancengleichheit ist eine Selbstverständlichkeit, die auch heute noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wenn noch in der heutigen Zeit Männer als prädestiniert gelten, wenn es um Führungspositionen geht.

Frauenverbände engagieren sich und das spricht doch unstreitig für das gar nicht so schwache Geschlecht. Es kann nicht sein, dass Frauen in unserem Jahrhundert noch immer so gravierend benachteiligt werden, ihnen gar ein Recht auf Selbstverwirklichung vorenthalten wird.
Dass diese Ungleichbehandlung bestenfalls schon morgen Geschichte ist, kann nicht allein den Frauen überlassen werden; das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gewiss dazu eine nicht so ganz leicht zu meisternde Herausforderung, was ja die keinesfalls würdevolle Realität derzeit noch belegt.
Doris Witte, Löhne

(Neue Westfälische vom 13.03.2021)

Britische Frauen wehren sich

Nachdem eine junge Frau auf dem Heimweg verschwindet, melden sich zahlreiche andere Frauen zu Wort. Sie haben Angst bei Dunkelheit nach Hause zu gehen.

Inzwischen haben Polizisten die Leiche der Vermissten gefunden.

London. Es ist, als habe sich etwas Tiefsitzendes endlich gelöst. Zu Tausenden berichten Frauen in Großbritannien über ihre Furcht vor dem einsamen Nachhauseweg. Es sind eindrückliche Schilderungen von der Angst im Nacken, wenn sie einen männlichen Fußgänger hinter sich wissen. Wie sie ihre Schlüssel fester greifen, wie sie extra Turnschuhe angezogen haben, immer bereit zur Flucht. „Jede Frau, die du kennst, ist schon verängstigt nach Hause gegangen“, fasst die Rechtsanwältin Harriet Johnson auf Twitter die Berichte zusammen. Es wirkt wie ein gemeinsamer Aufschrei gegen Gewalt, die viele Frauen im Land von Männern erleben mussten.

Doch dieser Aufschrei erfolgt nicht ohne Grund. Es ist ein weiterer, furchtbarer Kriminalfall, der das Land derzeit in Atem hält: Seit gut einer Woche wird Sarah E. vermisst. Die 33-Jährige ging abends von einer Freundin nach Hause, rund 50 Minuten hätte sie gebraucht. Doch sie kam nie an. Mit jeder Stunde verfestigt sich der Verdacht, dass die 33-Jährige von einer Straße in Südlondon entführt und getötet wurde. Inzwischen ist die Leiche der jungen Frau gefunden worden. Unter dringendem Tatverdacht: Ein Polizist und zweifacher Vater. Der Fall habe „Schockwellen“ durch die Londoner Polizei gejagt, betont die Behörde.

Doch vor allem ist der Schock groß über eine – vermutlich – weitere von einem Mann getötete Frau. Zwar beeilte sich Londons Polizeichefin Cressida Dick zu betonen, dass eine Entführung auf offener Straße eine absolute Seltenheit sei. Die zahlreichen Berichte in sozialen Netzwerken werfen aber ein anderes Licht auf das Thema.

Fast jede junge Frau in Großbritannien ist eigenen Angaben zufolge sexuell belästigt worden, wie die britische Vertretung der UN-Organisation für Geschlechtergerechtigkeit (UN Women UK) mitteilte. Doch nur vier Prozent der Betroffenen meldeten demnach den Vorfall – und 45 Prozent glaubten nicht, dass sich dadurch etwas geändert hätte. Die Chefin von UN Women UK, Claire Barnett, sprach von einer „Menschenrechtskrise“.

Die Täter bilden dabei Berichten zufolge das gesamte Spektrum der Gesellschaft ab – vom angetrunkenen Belästiger bis zum scheinbar braven Familienvater. Dieses Problem sexueller Gewalt ist keinesfalls auf Großbritannien beschränkt. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Vorfälle. Für Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr, als die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen warfen. Sie ließen die Autorin und Journalistin Sophie Passmann zur besten Sendezeit durch die fingierte Kunstausstellung „Männerwelten“ führen, um verschiedene Facetten des Themas anzusprechen.

In Großbritannien hat die Diskussion nun die Politik erreicht. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson hat für dieses Jahr ein Gesetz angekündigt, das Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Angriff nehmen soll. Die Schriftstellerin Caitlin Moran tweetete: „Ich bin 45, es ist 2021, und für mich gilt eine Ausgangssperre. Wie für alle Frauen.“ Und es gebe keine Pläne, dies zu ändern.

Auch wegen solcher Vorwürfe hat die Regierung rasch auf das Verschwinden von Sarah E. reagiert. Premierminister Johnson mahnte eine schnelle Aufklärung an. Doch die Regierung ist unter Druck.

(Neue Westfälische vom 13.03.2021)

Verfassungsgericht weist Wahlbeschwerde zur Quote ab

Neue Westfälische vom 03. Februar 2021

In den deutschen Parlamenten sind die Männer klar in der Überzahl. Klage von zehn Frauen und einem Mann.

Karlsruhe. Im aktuellen Bundestag sind nicht einmal ein Drittel der Abgeordneten Frauen – das liegt auch an den wenigen nominierten Kandidatinnen, ändert aber nichts an der Gültigkeit der Wahl. Das Bundesverfassungsgericht wies eine Wahlprüfungsbeschwerde von zehn Frauen am Dienstag als unzulässig zurück.

Die Klägerinnen finden, dass der Gesetzgeber dafür sorgen müsste, dass alle Parteien ebenso viele weibliche wie männliche Kandidaten aufstellen. Ihnen gelang es aber nicht, das Gericht zu überzeugen (Az. 2 BvC 46/19).

Im Moment sind von 709 Abgeordneten im Bundestag nur 223 Frauen. Das sind 31,4 Prozent. 2013 lag ihr Anteil immerhin bei 37,3 Prozent – ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Jahrzehnten, aber von einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis immer noch ein gutes Stück entfernt. Das hat allerdings nicht nur mit der Auswahl der Kandidaten zu tun. In sämtlichen größeren Parteien sind die weiblichen Mitglieder deutlich in der Unterzahl.

Besonders niedrig ist der Frauenanteil in den Fraktionen von AfD (10,2 Prozent), CDU/CSU (20,7 Prozent) und FDP (23,8 Prozent). Nur bei Grünen (56,7 Prozent) und Linken (53,6 Prozent) sind die weiblichen Abgeordneten in der Mehrheit. Verfechter eines sogenannten Paritätsgesetzes wollen, dass der Gesetzgeber eingreift und den Parteien eine Geschlechterquote für die Kandidaten-Nominierung vorgibt. Das gibt es in anderen Ländern bereits, zum Beispiel in Frankreich.

In Deutschland hatten Thüringen und Brandenburg versucht, ein solches Gesetz einzuführen. Danach wären die Listen für die Landtagswahl abwechselnd mit Männern und Frauen zu besetzen. Beide Gesetze wurden aber von den Landesverfassungsgerichten vergangenes Jahr für nichtig erklärt. Dagegen sind zwei Verfassungsbeschwerden anhängig. Wann darüber entschieden wird, ist noch nicht absehbar.

In dem Verfahren jetzt ging es also noch nicht um die – spannendere – Frage, ob ein Paritätsgesetz mit dem Grundgesetz vereinbar wäre. Die Frauen wollten feststellen lassen, dass der Gesetzgeber verpflichtet gewesen wäre, für die Wahl eine solche Regelung zu erlassen. Damit hatten sie erwartungsgemäß keinen Erfolg. Der Gesetzgeber sei „nur in seltenen Ausnahmefällen“ zu einem konkreten Handeln verpflichtet, entschied der Zweite Senat unter Vizegerichtspräsidentin Doris König. Dies bedürfe einer besonderen Begründung – die die Frauen nicht geliefert hätten. Zwischen den Zeilen klingt aber schon an, wo verfassungsrechtliche Probleme liegen könnten.

Kommentar
Gleichberechtigung? Fehlanzeige!

So wird es also nicht gehen: Es wird in Deutschland nicht möglich sein, Parteien dazu zu verpflichten, auf ihren Wahllisten hälftig aufzuteilen zwischen Männern und Frauen. Die Richter des Bundesverfassungsgerichts haben eine entsprechende Wahlbeschwerde zurückgewiesen.

Sie haben zwar die Tür ein kleines Stück offen gelassen, indem sie erklärten, es handele sich nicht um eine Entscheidung über ein Paritätsgesetz. Aber wie die wohl ausfallen würde, haben sie gleich mitgeliefert. Ein Paritätszwang für Parteien widerspreche der im Grundgesetz festgehaltenen Wahlgleichheit und dem Demokratieprinzip und die Interessen von Frauen könnten nicht nur Frauen vertreten. Das alles lässt sich nachvollziehen. Das Problem ist die Praxis auch 102 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts hierzulande. Von Beginn an waren Frauen in den Parlamenten unterrepräsentiert – und sind es noch. Im Bundestag ist der Frauenanteil auf nicht einmal mehr ein Drittel gesunken, in manchen Führungsetagen von Ministerien kann man Frauen mit der Lupe suchen. Gleichberechtigung? Fehlanzeige!

daniela.vates@ ihr-kommentar.de

Frauenquote für Firmenvorstände beschlossen

Neue Westfälische vom 7. Januar 2021

Berlin (dpa). Die Bundesregierung hat die nach langem Koalitionsstreit vereinbarte Frauenquote für Unternehmensvorstände auf den Weg gebracht. Aus Sicht von Familienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) ist der der Kabinettsbeschluss ein Meilenstein für die Gleichberechtigung. Ähnlich äußerte sich die Union.

Kritik kam von Opposition und Gewerkschaften, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sprach von begrenzter Wirkung der Gesetzespläne, die noch vom Parlament gebilligt werden müssen. Der lange umstrittene Gesetzentwurf sieht vor, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau sitzen muss.

Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes gibt es noch strengere Regeln: Hier soll generell bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung mindestens eine Frau sein. Außerdem müssen Firmen künftig speziell begründen, wenn sie für den Vorstand, die beiden obersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands und den Aufsichtsrat ohne Frauen planen. Die Sanktionen bei Verletzung der Berichtspflichten sollen schärfer werden.

„Das ist ein riesengroßer Erfolg“, sagte Giffey. Sie betonte, dass es nicht leicht gewesen sei, in der schwarz-roten Koalition eine Einigung zu finden. Lambrecht sprach von einem guten Tag für all die hoch qualifizierten Frauen in Deutschland. Auch die Union lobte den Kompromiss. Man habe jahrelang versucht, den Frauenanteil in Führungspositionen auf freiwilliger Basis zu erhöhen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön. „Es gab immer wieder Zusagen, dies zu realisieren. Aber die Realität sieht leider anders aus. Jetzt handeln wir.“

Aus Sicht der Grünen-Politikerinnen Ulle Schauws und Claudia Müller ist der Regierungsentwurf schwach und lediglich ein Minimalkonsens. Auch der DGB sprach sich für strengere Regelungen aus, ähnlich äußerte sich die Linke.

Strafe für Paris: Zu viele Frauen in Führungsposten

18. Dezember 2020

Aufregung über elf Frauen und fünf Männer: Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat über eine „absurde“ Geldstrafe wegen zu vieler Frauen in Führungspositionen gespottet. Die Stadt müsse 90.000 Euro zahlen, weil 69 Prozent der Führungsposten im Jahr 2018 mit Frauen besetzt worden waren, sagte Hidalgo. „Das Schöne an der Bürokratie ist, dass sie absolut kein Unterscheidungsvermögen kennt und deshalb alles wagt“, spottete sie. Die Strafe hat das Ministerium für den Öffentlichen Dienst verhängt. Die zuständige Ministerin Amélie de Montchalin pflichtete Hidalgo allerdings bei. Die Sache der Frauen habe etwa Besseres verdient, schrieb sie.

Die Strafe geht auf ein Gesetz zurück, dass große Städte dazu verpflichtete, bei der Vergabe von Führungsposten mindestens 40 Prozent jedes Geschlechts zu berücksichtigen. Im Jahr 2019 wurde das Gesetz geändert und sieht Straffreiheit vor, wenn es keine Ungleichheit bei den Führungsposten gibt. Die Strafe für die Stadt Paris bezieht sich aber auf die Ernennungen im Jahr 2018 und muss gezahlt werden.

Hausarbeit bleibt in Pandemie Frauensache

Für die repräsentative Befragung hatte der Marktforscher Ipsos mehr als 1.000 Menschen befragt. „Haus- und Sorgearbeit ist Sache der Frauen. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie wenig sich an der überkommenen Rollenverteilung geändert hat“, kritisierte die stellv. DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Die Folgen von Einschränkungen im öffentlichen und beruflichen Leben und bei den Betreuungsangeboten für die Kinder belasten laut Studie vor allem Frauen stark – Kochen, Kinderbetreuung, schulische Unterstützung. Rund 69 Prozent der Frauen gaben an, dass sie überwiegend die generelle Hausarbeit erledigen. Unter den Männern sagten das nur 11 Prozent von sich, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung hieß. Ein ähnliches Bild ergab sich bei Kinderbetreuung und Homeschooling.

Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen. Hilfe für Betroffene.

Jede vierte Frau wird statistisch gesehen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt.

Körperliche Misshandlung, Vergewaltigung, Drohungen, Demütigungen, Erniedrigungen, sexuelle Gewalt, Kontrolle, Schikane, Stalking, Zwangsheirat, Gewalt im Namen der Ehre, Menschenhandel oder Mobbing – Gewalt (nicht nur an Frauen) hat, wie man sieht, viele Gesichter. „Sie findet statt im täglichen Leben, Zuhause, auf der Arbeit und immer mehr in den sozialen Netzwerken“, weiß Nicole Schweitzer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho. „Gewalt gegen Frauen wird oft verharmlost, als „normal“, oder „übertrieben“ abgestempelt oder gar ignoriert. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Viele Betroffene sprechen aus Scham oder Angst nicht über das Erlebte“, so Nicole Schweitzer.

Am 16. November hissten Bürgermeister Rocco Wilken und Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer gemeinsam die Fahne „Frei Leben ohne Gewalt“, von Terre de femmes e.V, welche noch bis zum 30. November hängen bleibt: „Die blaue Fahne steht unter anderem dafür, Gewalt an Frauen aus der Anonymität zu holen und sichtbar zu machen. Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen schnelle, unbürokratische Beratung und Unterstützung“, sagt Nicole Schweitzer.

Jedes Jahr stellt TERRE DES FEMMES ein anderes Schwerpunktthema in den Fokus der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt“, um auf die verschiedenen Formen von Gewalt an Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen. Dieses Jahr macht die Frauenrechtsorganisation unter dem Hashtag #meinherzgehörtmir auf Zwangs- und Frühehen aufmerksam. Laut UNICEF werden jährlich 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, auch bei uns in Deutschland!

Informationen zu Hilfe und Beratung

#Schweigenbrechen: Das Hilfetelefon, Beratung und Hilfe für Frauen

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben.

Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, werden rund um die Uhr unterstützt. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.

Ob telefonisch, per E-Mail oder im Chat – die Beratung beim Hilfetelefon erfolgt auf vielen Wegen. Sie ist zudem mehrsprachig und barrierefrei.

Mit der Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" ruft das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" alljährlich alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen bringt das Hilfetelefon das Thema dahin, wo es hingehört: auf die öffentliche Tagesordnung. Helfen auch Sie mit, und machen Sie auf das Thema "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam!

Telefonberatung

Unter der 08000 116 016 erreichen Sie das Hilfetelefon rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen – an 365 Tagen im Jahr. Ihr Anruf beim Hilfetelefon ist kostenlos und nach Wunsch bleiben Sie völlig anonym. Selbstverständlich wird Ihr Anruf streng vertraulich behandelt.

E-Mail-Beratung

Manchmal ist es leichter, Erlebnisse, Gefühle oder Gedanken schriftlich mitzuteilen. Es hilft, sich zu sammeln und Struktur in das Gefühlschaos zu bringen. Sie haben daher die Möglichkeit, sich über einen geschützten E-Mail-Bereich an das Hilfetelefon zu wenden. Anfragen werden innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Bitte beachten Sie, dass eine Online-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Eine E-Mail-Beratung ist möglich unter folgendem Link.

Chat-Beratung

Egal ob von Zuhause oder von unterwegs: In der Chat-Beratung des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" können Sie schnell und unkompliziert Hilfe erhalten. Bitte beachten Sie, dass auch eine Chat-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Eine Chat-Beratung ist möglich unter folgendem Link.

Sofort-Chat

Der Sofort-Chat ist täglich zwischen 12 und 20 Uhr erreichbar. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sobald Sie den Sofort-Chat betreten, nimmt eine Beraterin Kontakt zu Ihnen auf. Bitte beachten Sie, dass unsere Online-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Der Sofort-Chat ist möglich unter folgendem Link.

Beratung in Gebärdensprache

Für die Beratung in Deutscher Gebärdensprache und in Deutscher Gebärden-Schriftsprache brauchen Sie einen Computer mit Kamera. Einen Internet-Anschluss (DSL). Und das Programm vom Tess-Relay-Dienst.

Eine Beratung in Gebärdensprache ist möglich unter folgendem Link.

Beratung in Leichter Sprache

Sie möchten denen helfen, die Gewalt erleben?

"Gut genug" - Eine Kurzgeschichte über Partnerschaftsgewalt... aus der Sicht einer Freundin

Wie kann man helfen, wenn eine Freundin, eine Bekannte oder eine Kollegin Gewalt erlebt? Wenn sie nicht darüber sprechen will und sich zurückzieht? Wenn man vermutet, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung gefangen ist?

Link zur Kurzgeschichte

Frauenhäuser in NRW

Hier werden Sie schnell und unkompliziert über freie Frauenhausplätze in NRW informiert. Darüber hinaus können weitere wichtige Informationen über Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen abgerufen werden.

www.frauen-info-netz.de

Frauenberatungsstellen in Ihrer Nähe finden

Bericht der Bundesregierung

Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder.

Der Bericht gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das gesamte bundesweite Hilfesystem bei Gewalt gegen Frauen.

Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen: Vlotho zeigt Flagge

Am Montag haben die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer und Bürgermeister Rocco Wilken die Flagge vor dem Vlothoer Rathaus gehisst.

Seit 2001 setzen auch im Kreis Herford die Gleichstellungsstellen, Frauenprojekte und andere Verbände dieses sichtbare Zeichen und gedenken all der Frauen, die Gewalt zum Opfer fielen. Bundesweit werden in mehr als 800 Kommunen diese Fahnen gehisst, so auch in der Weserstadt.

„Auch wir in Vlotho wollen Flagge zeigen und bei dieser Aktion mitmachen“, erklärten Bürgermeister Rocco Wilken und die neue Vlothoer Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer, die dieses Amt als Nachfolgerin von Christel Jessen im September angetreten hatte. Beide hissten neben der blauen Aktionsfahne auch die Regenbogenfahne vor dem Vlothoer Rathaus, da am Montag Vlotho als „Stadt der Vielfalt“ auch den „Tag der Toleranz“ gefeiert hat. „Das Rathaus steht für Offenheit, Toleranz und für die Unterschiedlichkeiten in allen ihren Facetten“, betonte der Bürgermeister, nachdem die Fahnen im Wind vor dem Rathaus flatterten.

Im Zuge der Fahnenaktion weist die Gleichstellungsbeauftragte auf erschreckende Zahlen hin: So hat jede vierte Frau in Deutschland schon einmal häusliche Gewalt erlebt. Außerdem müssen jährlich 40.000 Frauen und Kinder vor der Gewalt des Partners ins Frauenhaus flüchten.

Die Fahne wird nun bis zum 30. November als sichtbares Zeichen gegen die Gewalt an Mädchen und Frauen wehen. Die Veranstaltungsreihe mit zahlreichen Vorträgen zu diesem Thema, die ursprünglich in diesem Zeitraum geplant worden war, musste coronabedingt abgesagt werden.

 

Gleichstellungsstellen sagen fast alle Veranstaltungen ab

Kreis Herford. Im November finden traditionell viele Veranstaltungen und Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November weltweit begangen wird, statt.

„Wir hatten uns so viel vorgenommen und sind sehr traurig, dass wir wegen eines erneuten Lockdowns jetzt fast alle Veranstaltungen absagen müssen“, so Monika Lüpke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne. So finden weder der „WenDo-Kurs“ noch die Info-Abende zu den Themen „Traumatisierung durch häusliche Gewalt“, „K.o-Tropfen – Wie schützen wir unsere Töchter und Söhne?“ oder der Vortag „Gegen Zwangsheirat und Frühehen“ statt. Der Film „Woman“ wird ebenso wenig gezeigt wie auch der in Kooperation mit Soroptimist International Club Bad Oeynhausen/Wittekindsland geplante Filmabend „Astrid“ abgesagt wird.

Lediglich der Fachtag „Femizide und Hochrisikofälle in der Praxis“ vom Fachforum gegen häusliche Gewalt findet als Online-Angebot statt.
Und selbstverständlich werden auch in diesem Jahr vom 16. bis 30. November die von Terre des Femmes kreierten Fahnen „Frei leben – ohne Gewalt“ wehen.

Und die „Brötchentütenaktion – Gewalt kommt nicht in die Tüte“ kann auch die Corona-Pandemie nicht verhindern. Rund um den 25. November verwenden viele Bäckereien im Kreis Herford und in Minden-Lübbecke Tüten mit entsprechenden Aufdrucken um auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen und gleichzeitig das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen bekannt zu machen.

Darüber hinaus sollten in Kooperation mit dem kommunalen Kino „Lichtblick“ in Kirchlengern Frauenfilme zum Thema Sexismus und Rassismus gezeigt werden, die ebenfalls abgesagt werden muss. Weitere Infos unter Tel. (0 57 32) 10 03 44 oder m. luepke@loehne.de



nach oben zurück