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Presse

An dieser Stelle finden Sie Presseinformationen aus dem Bereich der Gleichstellung.

Frauenquote für Firmenvorstände beschlossen

Neue Westfälische vom 7. Januar 2021

Berlin (dpa). Die Bundesregierung hat die nach langem Koalitionsstreit vereinbarte Frauenquote für Unternehmensvorstände auf den Weg gebracht. Aus Sicht von Familienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) ist der der Kabinettsbeschluss ein Meilenstein für die Gleichberechtigung. Ähnlich äußerte sich die Union.

Kritik kam von Opposition und Gewerkschaften, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sprach von begrenzter Wirkung der Gesetzespläne, die noch vom Parlament gebilligt werden müssen. Der lange umstrittene Gesetzentwurf sieht vor, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau sitzen muss.

Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes gibt es noch strengere Regeln: Hier soll generell bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung mindestens eine Frau sein. Außerdem müssen Firmen künftig speziell begründen, wenn sie für den Vorstand, die beiden obersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands und den Aufsichtsrat ohne Frauen planen. Die Sanktionen bei Verletzung der Berichtspflichten sollen schärfer werden.

„Das ist ein riesengroßer Erfolg“, sagte Giffey. Sie betonte, dass es nicht leicht gewesen sei, in der schwarz-roten Koalition eine Einigung zu finden. Lambrecht sprach von einem guten Tag für all die hoch qualifizierten Frauen in Deutschland. Auch die Union lobte den Kompromiss. Man habe jahrelang versucht, den Frauenanteil in Führungspositionen auf freiwilliger Basis zu erhöhen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön. „Es gab immer wieder Zusagen, dies zu realisieren. Aber die Realität sieht leider anders aus. Jetzt handeln wir.“

Aus Sicht der Grünen-Politikerinnen Ulle Schauws und Claudia Müller ist der Regierungsentwurf schwach und lediglich ein Minimalkonsens. Auch der DGB sprach sich für strengere Regelungen aus, ähnlich äußerte sich die Linke.

Strafe für Paris: Zu viele Frauen in Führungsposten

18. Dezember 2020

Aufregung über elf Frauen und fünf Männer: Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat über eine „absurde“ Geldstrafe wegen zu vieler Frauen in Führungspositionen gespottet. Die Stadt müsse 90.000 Euro zahlen, weil 69 Prozent der Führungsposten im Jahr 2018 mit Frauen besetzt worden waren, sagte Hidalgo. „Das Schöne an der Bürokratie ist, dass sie absolut kein Unterscheidungsvermögen kennt und deshalb alles wagt“, spottete sie. Die Strafe hat das Ministerium für den Öffentlichen Dienst verhängt. Die zuständige Ministerin Amélie de Montchalin pflichtete Hidalgo allerdings bei. Die Sache der Frauen habe etwa Besseres verdient, schrieb sie.

Die Strafe geht auf ein Gesetz zurück, dass große Städte dazu verpflichtete, bei der Vergabe von Führungsposten mindestens 40 Prozent jedes Geschlechts zu berücksichtigen. Im Jahr 2019 wurde das Gesetz geändert und sieht Straffreiheit vor, wenn es keine Ungleichheit bei den Führungsposten gibt. Die Strafe für die Stadt Paris bezieht sich aber auf die Ernennungen im Jahr 2018 und muss gezahlt werden.

Hausarbeit bleibt in Pandemie Frauensache

Für die repräsentative Befragung hatte der Marktforscher Ipsos mehr als 1.000 Menschen befragt. „Haus- und Sorgearbeit ist Sache der Frauen. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie wenig sich an der überkommenen Rollenverteilung geändert hat“, kritisierte die stellv. DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Die Folgen von Einschränkungen im öffentlichen und beruflichen Leben und bei den Betreuungsangeboten für die Kinder belasten laut Studie vor allem Frauen stark – Kochen, Kinderbetreuung, schulische Unterstützung. Rund 69 Prozent der Frauen gaben an, dass sie überwiegend die generelle Hausarbeit erledigen. Unter den Männern sagten das nur 11 Prozent von sich, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung hieß. Ein ähnliches Bild ergab sich bei Kinderbetreuung und Homeschooling.

Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen. Hilfe für Betroffene.

Jede vierte Frau wird statistisch gesehen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt.

Körperliche Misshandlung, Vergewaltigung, Drohungen, Demütigungen, Erniedrigungen, sexuelle Gewalt, Kontrolle, Schikane, Stalking, Zwangsheirat, Gewalt im Namen der Ehre, Menschenhandel oder Mobbing – Gewalt (nicht nur an Frauen) hat, wie man sieht, viele Gesichter. „Sie findet statt im täglichen Leben, Zuhause, auf der Arbeit und immer mehr in den sozialen Netzwerken“, weiß Nicole Schweitzer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho. „Gewalt gegen Frauen wird oft verharmlost, als „normal“, oder „übertrieben“ abgestempelt oder gar ignoriert. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Viele Betroffene sprechen aus Scham oder Angst nicht über das Erlebte“, so Nicole Schweitzer.

Am 16. November hissten Bürgermeister Rocco Wilken und Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer gemeinsam die Fahne „Frei Leben ohne Gewalt“, von Terre de femmes e.V, welche noch bis zum 30. November hängen bleibt: „Die blaue Fahne steht unter anderem dafür, Gewalt an Frauen aus der Anonymität zu holen und sichtbar zu machen. Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen schnelle, unbürokratische Beratung und Unterstützung“, sagt Nicole Schweitzer.

Jedes Jahr stellt TERRE DES FEMMES ein anderes Schwerpunktthema in den Fokus der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt“, um auf die verschiedenen Formen von Gewalt an Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen. Dieses Jahr macht die Frauenrechtsorganisation unter dem Hashtag #meinherzgehörtmir auf Zwangs- und Frühehen aufmerksam. Laut UNICEF werden jährlich 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, auch bei uns in Deutschland!

Informationen zu Hilfe und Beratung

#Schweigenbrechen: Das Hilfetelefon, Beratung und Hilfe für Frauen

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben.

Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, werden rund um die Uhr unterstützt. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.

Ob telefonisch, per E-Mail oder im Chat – die Beratung beim Hilfetelefon erfolgt auf vielen Wegen. Sie ist zudem mehrsprachig und barrierefrei.

Mit der Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" ruft das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" alljährlich alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen bringt das Hilfetelefon das Thema dahin, wo es hingehört: auf die öffentliche Tagesordnung. Helfen auch Sie mit, und machen Sie auf das Thema "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam!

Telefonberatung

Unter der 08000 116 016 erreichen Sie das Hilfetelefon rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen – an 365 Tagen im Jahr. Ihr Anruf beim Hilfetelefon ist kostenlos und nach Wunsch bleiben Sie völlig anonym. Selbstverständlich wird Ihr Anruf streng vertraulich behandelt.

E-Mail-Beratung

Manchmal ist es leichter, Erlebnisse, Gefühle oder Gedanken schriftlich mitzuteilen. Es hilft, sich zu sammeln und Struktur in das Gefühlschaos zu bringen. Sie haben daher die Möglichkeit, sich über einen geschützten E-Mail-Bereich an das Hilfetelefon zu wenden. Anfragen werden innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Bitte beachten Sie, dass eine Online-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Eine E-Mail-Beratung ist möglich unter folgendem Link.

Chat-Beratung

Egal ob von Zuhause oder von unterwegs: In der Chat-Beratung des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" können Sie schnell und unkompliziert Hilfe erhalten. Bitte beachten Sie, dass auch eine Chat-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Eine Chat-Beratung ist möglich unter folgendem Link.

Sofort-Chat

Der Sofort-Chat ist täglich zwischen 12 und 20 Uhr erreichbar. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sobald Sie den Sofort-Chat betreten, nimmt eine Beraterin Kontakt zu Ihnen auf. Bitte beachten Sie, dass unsere Online-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Der Sofort-Chat ist möglich unter folgendem Link.

Beratung in Gebärdensprache

Für die Beratung in Deutscher Gebärdensprache und in Deutscher Gebärden-Schriftsprache brauchen Sie einen Computer mit Kamera. Einen Internet-Anschluss (DSL). Und das Programm vom Tess-Relay-Dienst.

Eine Beratung in Gebärdensprache ist möglich unter folgendem Link.

Beratung in Leichter Sprache

Sie möchten denen helfen, die Gewalt erleben?

"Gut genug" - Eine Kurzgeschichte über Partnerschaftsgewalt... aus der Sicht einer Freundin

Wie kann man helfen, wenn eine Freundin, eine Bekannte oder eine Kollegin Gewalt erlebt? Wenn sie nicht darüber sprechen will und sich zurückzieht? Wenn man vermutet, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung gefangen ist?

Link zur Kurzgeschichte

Frauenhäuser in NRW

Hier werden Sie schnell und unkompliziert über freie Frauenhausplätze in NRW informiert. Darüber hinaus können weitere wichtige Informationen über Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen abgerufen werden.

www.frauen-info-netz.de

Frauenberatungsstellen in Ihrer Nähe finden

Bericht der Bundesregierung

Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder.

Der Bericht gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das gesamte bundesweite Hilfesystem bei Gewalt gegen Frauen.

Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen: Vlotho zeigt Flagge

Am Montag haben die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer und Bürgermeister Rocco Wilken die Flagge vor dem Vlothoer Rathaus gehisst.

Seit 2001 setzen auch im Kreis Herford die Gleichstellungsstellen, Frauenprojekte und andere Verbände dieses sichtbare Zeichen und gedenken all der Frauen, die Gewalt zum Opfer fielen. Bundesweit werden in mehr als 800 Kommunen diese Fahnen gehisst, so auch in der Weserstadt.

„Auch wir in Vlotho wollen Flagge zeigen und bei dieser Aktion mitmachen“, erklärten Bürgermeister Rocco Wilken und die neue Vlothoer Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer, die dieses Amt als Nachfolgerin von Christel Jessen im September angetreten hatte. Beide hissten neben der blauen Aktionsfahne auch die Regenbogenfahne vor dem Vlothoer Rathaus, da am Montag Vlotho als „Stadt der Vielfalt“ auch den „Tag der Toleranz“ gefeiert hat. „Das Rathaus steht für Offenheit, Toleranz und für die Unterschiedlichkeiten in allen ihren Facetten“, betonte der Bürgermeister, nachdem die Fahnen im Wind vor dem Rathaus flatterten.

Im Zuge der Fahnenaktion weist die Gleichstellungsbeauftragte auf erschreckende Zahlen hin: So hat jede vierte Frau in Deutschland schon einmal häusliche Gewalt erlebt. Außerdem müssen jährlich 40.000 Frauen und Kinder vor der Gewalt des Partners ins Frauenhaus flüchten.

Die Fahne wird nun bis zum 30. November als sichtbares Zeichen gegen die Gewalt an Mädchen und Frauen wehen. Die Veranstaltungsreihe mit zahlreichen Vorträgen zu diesem Thema, die ursprünglich in diesem Zeitraum geplant worden war, musste coronabedingt abgesagt werden.

 

Gleichstellungsstellen sagen fast alle Veranstaltungen ab

Kreis Herford. Im November finden traditionell viele Veranstaltungen und Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November weltweit begangen wird, statt.

„Wir hatten uns so viel vorgenommen und sind sehr traurig, dass wir wegen eines erneuten Lockdowns jetzt fast alle Veranstaltungen absagen müssen“, so Monika Lüpke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne. So finden weder der „WenDo-Kurs“ noch die Info-Abende zu den Themen „Traumatisierung durch häusliche Gewalt“, „K.o-Tropfen – Wie schützen wir unsere Töchter und Söhne?“ oder der Vortag „Gegen Zwangsheirat und Frühehen“ statt. Der Film „Woman“ wird ebenso wenig gezeigt wie auch der in Kooperation mit Soroptimist International Club Bad Oeynhausen/Wittekindsland geplante Filmabend „Astrid“ abgesagt wird.

Lediglich der Fachtag „Femizide und Hochrisikofälle in der Praxis“ vom Fachforum gegen häusliche Gewalt findet als Online-Angebot statt.
Und selbstverständlich werden auch in diesem Jahr vom 16. bis 30. November die von Terre des Femmes kreierten Fahnen „Frei leben – ohne Gewalt“ wehen.

Und die „Brötchentütenaktion – Gewalt kommt nicht in die Tüte“ kann auch die Corona-Pandemie nicht verhindern. Rund um den 25. November verwenden viele Bäckereien im Kreis Herford und in Minden-Lübbecke Tüten mit entsprechenden Aufdrucken um auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen und gleichzeitig das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen bekannt zu machen.

Darüber hinaus sollten in Kooperation mit dem kommunalen Kino „Lichtblick“ in Kirchlengern Frauenfilme zum Thema Sexismus und Rassismus gezeigt werden, die ebenfalls abgesagt werden muss. Weitere Infos unter Tel. (0 57 32) 10 03 44 oder m. luepke@loehne.de



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