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Presse

An dieser Stelle finden Sie Presseinformationen aus dem Bereich der Gleichstellung.

6.400 Männer wurden Opfer häuslicher Gewalt

Düsseldorf. Es ist ein Tabu, aber dennoch ein Thema: Im Jahr 2019 wurden offiziell 6.400 männliche Opfer von partnerschaftlicher Gewalt verzeichnet. Das sind 17 Prozent. Hilfe erhalten Männer seit einem Jahr unter der Telefonnummer Tel. 0 800 1 23 99 00.

Bei dem Hilfetelefon sowie online unter www.maennerhilfetelefon.de sind seitdem rund 1.800 Kontakte eingegangen. „Das neue Unterstützungsangebot wurde sehr schnell angenommen – entgegen den Befürchtungen und Vorurteilen, dass Männer keine Hilfe suchen würden“, freut sich NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU).

Das deutschlandweit einmalige Angebot wurde vor einem Jahr von NRW und Bayern ins Leben gerufen. Nun kommt mit Baden-Württemberg ein weiteres Bundesland hinzu. Die Anrufer sind mehrheitlich (zu 77 Prozent) bis 50 Jahre alt, wie eine erste Auswertung ergeben hat. Schwerpunkte gebe es bei den 31- bis 50-Jährigen.

Betrieben wird das Angebot unter anderem durch die Beratungsstelle man-o-mann Männerberatung in Bielefeld. Der dort tätige Psychotherapeut Björn Süfke berichtete während eines gemeinsamen Pressegesprächs von ganz verschiedenen Gesprächspartnern, die ihm ihre Gewalt-Erfahrungen schilderten, darunter 20-Jährige ebenso wie ein 81-Jähriger. „Er konnte 70 Jahre lang nicht über seine Gewalterfahrungen sprechen“, sagte Süfke. Ein weiterer Mann habe vor allem psychische Gewalt erlebt – und sich lediglich per Mail gemeldet. Das zeige, wie wichtig verschiedene Kommunikationswege seien, so Süfke.

Im Sommer soll die Online-Beratung mit Chat-Funktion an den Start gehen, kündigte Scharrenbach an.

(NW 20.04.2021)

Kostenlose mehrsprachige breastcare App startet: Brüste checken kann Leben retten!

Pink Ribbon Deutschland setzt sich seit über 10 Jahren für mehr Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland ein. Nun bietet die gemeinnützige Organisation erstmalig eine App mit umfassenden Informationen zum Thema Brustkrebs und Früherkennung für deutschsprachige Frauen genauso wie für Frauen mit anderem sprachlichen und kulturellen Hintergrund an.

Bei dem neuen Projekt handelt es sich um eine App zum Thema Brustbewusstsein, welche nicht nur deutschsprachigen Frauen, sondern vor allem auch Frauen mit Migrationshintergrund dieses wichtige Thema näher bringen soll. Ziel ist es, jede Frau in ihrer Muttersprache zu erreichen.
In folgenden Sprachen wird die App zunächst zugänglich sein: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch. Türkisch, Hocharabisch und Farsi sind bereits in Vorbereitung. Weitere Sprachen sind in Planung. Die breastcare App bietet unter anderem einen Zykluskalender, der an das monatliche Abtasten der eigenen Brust erinnert. Ebenso gibt es Verlinkungen zu öffentlichen Stellen, wie Ämter für Migration und Integration sowie zertifizierte Brustzentren, an welche sich die Frauen wenden können, um weitere Informationen einzuholen oder wenn es um Fragen bzgl. ihrer Möglichkeiten im deutschen Gesundheitswesen geht.

Die breastcare App konnte durch eine Förderung der Philips Foundation realisiert werden. www.philips-foundation.com

Bei der App handelt es sich um ein dauerhaftes Projekt, das heißt sie wird unbefristet verfügbar sein. Weiterhin wird die App kostenfrei angeboten, auch sogenannte In-App-Käufe gibt es nicht und als gemeinnütziges Projekt ist die App frei von Werbung. Die Nutzerinnen müssen an keiner Stelle persönliche Daten eingeben, die außerhalb ihres Mobilfunkgeräts gespeichert werden. Sämtliche Funktionen der App können ohne Registrierung genutzt werden.

Alle Frauen sollen ungeachtet eventueller Sprachbarrieren auf die Wichtigkeit der Brustkrebs-Früherkennung aufmerksam gemacht werden, eine Hilfestellung erhalten, um den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und über verschiedene Kontaktlisten weiterführende Informationen (auch in der Situation einer Erkrankung) erhalten können. Die Aufbereitung der Inhalte und die optische Umsetzung sind in enger Abstimmung mit Frauen aus den Zielgruppen erstellt worden. „Uns war es sehr wichtig, nicht nur die sprachlichen Brücken zu bauen, sondern auch die Bildauswahl mit Rücksicht auf kulturelle Besonderheiten zu treffen“, erklärt Christina Kempkes, Kommunikationsleitung bei der gemeinnützigen Organisation Pink Ribbon Deutschland.

Fakten zum Thema Brustkrebs

Brustkrebs ist in den westlichen Staaten die häufigste Krebsart bei Frauen. Jede achte Frau erkrankt hier im Laufe ihres Lebens. Allein in Deutschland sind das jährlich rund 70.000 Neuerkrankungen. Doch was viele nicht wissen: Die Überlebensrate beträgt 82 Prozent, bezogen auf 10 Jahre. Grundlage für die mögliche Heilung ist unter anderem die frühe Erkennung der Krankheit.

Pink Ribbon - Aufklärung und Aufmerksamkeit

Seit den 90er-Jahren wird die pinkfarbene Schleife „Pink Ribbon“ weltweit als Symbol für das Engagement gegen Brustkrebs eingesetzt, nachdem die US-Amerikanerin Charlotte Haley erfolgreich Ansteckschleifchen angefertigt hatte, um auf die aus ihrer Sicht seinerzeit nicht zielführende Mittelverwendung des National Cancer Institute aufmerksam zu machen.

Seit 2010 schafft die gemeinnützige Kommunikationskampagne Pink Ribbon Deutschland mehr Aufmerksamkeit für das Thema Brustkrebs in Deutschland: für gesunde Frauen im Hinblick auf die Früherkennung der Krankheit, für Betroffene und ihre Familien und auch für deren Umfeld.

Der Slogan der Kampagne in Deutschland lautet: „BrustkrebsFrüherkennung? Hinfühlen statt Wegsehen!“ Er soll Frauen daran erinnern, dass Ärzte Frauen bereits ab einem Alter von 30 Jahren eine jährliche Vorsorgeuntersuchung empfehlen und diese auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Darüber hinaus können Frauen durch das monatliche Abtasten der Brust selbst dazu beitragen, einen eventuellen Krebs rechtzeitig zu entdecken – circa 80 Prozent der Mammakarzinome fallen bei solch einer Selbstabtastung auf.

Die Pink Ribbon Kampagne in Deutschland ist langfristig und ganzjährig angelegt, denn Brustkrebs soll nicht nur im „Brustkrebsmonat Oktober“ thematisiert werden. Die Kampagne wird über Sponsoren finanziert und entwickelt gemeinsam mit den Trägern Projekte, die das bürgerliche Engagement fördern. So wird einerseits die öffentliche Wahrnehmung gesteigert, anderseits kann jeder direkt mitmachen. Dazu gehört es, sich beispielsweise mehr zu bewegen und somit das eigene Krebsrisiko zu senken. Mehr Aufmerksamkeit für das Thema führt aber auch zu mehr Aufmerksamkeit für betroffene Familien im eigenen Umfeld – denen jede Unterstützung in ihrem erschwerten Alltag hilft.

Pink Ribbon Deutschland erreicht eine unvergleichliche Kommunikationsbreite. Unzählige Menschen können durch diese gemeinsame Arbeit jedes Jahr in ihrer Lebenswelt erreicht werden. Denn jeder Mensch, der aufgrund der Kommunikation von Pink Ribbon Deutschland beginnt, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, hat den ersten Schritt hin zur Früherkennung getan. Jeder Kontakt zählt. Denn Früherkennung kann Leben retten.

Offizielle Webseiten und Social Media:

www.pinkribbon-deutschland.de
www.schleifenroute.de
www.pink-kids.de
www.facebook.com/PinkRibbonDeutschland
www.instagram.com/pinkribbon.deutschland

Kostenlose neue breastcare App

Pressemitteilung vom Fachforum gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford bzgl. des Austrittes der Türkei aus der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder

Das Koordinierungsteam des Fachforums gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford, das sich seit 2003 für einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen gegen Gewalt einsetzt, verurteilt den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention, dem Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt auf das Schärfste!

Präsident Erdoğan hat den Austritt letzten Samstag per Dekret erklärt und schafft damit eine Rolle rückwärts für der türkischen Frauen weg von der Gleichberechtigung. Und das, obwohl die Türkei 2011 das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Istanbul als erster Beitrittsstaat ratifiziert hatte.

Grund für den Austritt ist demnach, dass laut Erdoğan die Konvention den "Aufbau der Familien" in der Türkei massiv einschränkt. Damit wird deutlich, dass der Präsident Gewalt gegen Frauen für ein privates Thema hält und sich der Verantwortung entzieht, Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen.

Dabei ist weltweit jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Deutschland wird jeden 3. Tag eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet! In der Türkei wurde lt. Renk Magazin 2019 474 Femizide verübt, was bedeuten würde, dass in dem Jahr über 100 mehr Frauen ermordet wurden, als das Jahr an Tagen hatte. Gewalt gegen Frauen darf daher kein privates Thema sein!

In Deutschland ist die Istanbul-Konvention seit 2014 in Kraft. Im Arbeitskreis Istanbul-Konvention des Fachforums gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford arbeiten Fachfrauen an einer systematischen Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Konvention auf kommunaler Ebene des Kreises Herford.

Ein Leben nach dem Frauenhaus

Kreis Herford. Gewalt, Unterdrückung, zerbrochenes Vertrauen: Wer ins Frauenhaus flüchtet, hat jahrzehntelang ein Leben voller Abhängigkeiten gelebt. Meist sind die Frauen geschlagen worden, und es wurden innerhalb der eigenen vier Wände immense Machtstrukturen aufgebaut. Auch spielt häufig familiäre Unterdrückung eine Rolle, einigen Frauen wird es untersagt, Deutsch zu lernen. Der Gang ins Frauenhaus soll die Gewaltspirale aufbrechen. Um nach dieser Übergangslösung ein neues, selbstbestimmtes Leben zu beginnen, ist viel Arbeit notwendig.

Anna hat das Ausbrechen aus ihrem gewaltdominierten Leben geschafft. Sie lebt im Frauenhaus Herford und bekommt hier die notwendige Unterstützung, um sich anschließend ein eigenes Leben aufzubauen. Der Club Soroptimist International Bad Oeynhausen-Wittekindsland betreut seit Jahren Frauen wie Anna und deren Kinder. „Viele hängen in der Luft, wenn sie das Frauenhaus verlassen“, sagt Roswitha Heitkamp-Kozma, Mitglied von Soroptimist International, das eine der weltweit größten Service-Organisationen berufstätiger Frauen ist.

Da setzt das Projekt BiA (Begleitung im Alltag) an. Ob bei der Wohnungssuche, bei der Schulanmeldung der Kinder, dem Gang zu Behörden oder zu Ärzten: Die Soroptimistinnen geben Hilfestellungen und begleiten die Frauen bei all diesen Wegen. Roswitha Heitkamp-Kozma: „Es ist ein Anker. Durch diese Hilfen erhoffen wir uns, dass die Gefahr gering ist, dass die Frauen wieder in eine prekäre Situation zurückfallen.“

Ob Frauen wie Anna dieses Angebot annehmen, bleibt allein ihre Entscheidung, sagt Carolin Erk vom Frauenhaus Herford, die das Projekt der Soroptimistinnen begrüßt und dieses koordiniert. Doch nicht nur nach dem Aufenthalt im Frauenhaus wird Unterstützung benötigt. Die Soroptimistinnen haben ihr Projekt deswegen ausgeweitet und finanzieren auch Coachings innerhalb des Frauenhauses. Es gibt Klangmassagen, Deutschkurse, aber auch Bewegungsangebote. Auch hier dürfen die Frauen entscheiden, ob sie eines oder mehrere Angebote wahrnehmen.
»Wir wollen ihnen helfen, wieder Fuß zu fassen«

„Der Deutschkurs hat mir schon viel geholfen“, sagt Anna im Telefongespräch mit der NW. „Ich kann schon etwas lesen.“ Einmal die Woche besucht Anna den Deutschkurs von Brigitte Wendel. Wendel geht dabei ganz individuell auf die Anforderungen der Frauen ein. Es gehe um Grundlagen, etwa beim Einkaufen, dass sich die Frauen verständigen können, etwas nachfragen können, erklärt Erk: „Dass sie selbstbestimmt und unabhängig sind, ist sehr wichtig.“ Die deutsche Sprache ist für Migrantinnen der Schlüssel, ihren Alltag alleine zu bestreiten.

Bei den Bewegungs- und Massageangeboten gehe es ums Fühlen. „Viele Frauen haben durch jahrelange Gewalt ein verzerrtes Ich-Bild zum eigenen Körper“, macht Erk deutlich. Sie sollen wieder ein gutes Gefühl bekommen, aber auch spüren, wann ihnen etwas nicht gut tut. Dann gilt es, Grenzen aufzuzeigen. „Das ist für alle Frauen am Anfang sehr schwer.“ Anna hat beim Tanzen gemerkt, dass ihr manche Bewegungen nicht gut tun. „Ich habe Kopfweh bekommen und dann aufgehört“, sagt sie. Anna hat ihre Grenze benannt und richtig gehandelt. Bei der Klangmassage ist wiederum der Entspannungsmoment entscheidend. Erk: „Das ist am Anfang gar nicht möglich. Oft sind die Frauen in einem Zustand der Übererregung.“ Hier gilt es, Vertrauen aufzubauen. „Das ist wichtig, die Frauen erfahren hier wieder Sicherheit“, sagt Erk.

Die Angebote der BiA-Frauen sind ihrer Meinung nach eine gute Ergänzung zu den eigenen Konzepten im Frauenhaus. „Es passt zu unserem Traumakonzept“, sagt Erk. Jede Frau habe traumatische Erlebnisse erlebt, die körperliche und seelische Folgen nach sich ziehen. Wegen Corona finden die BiA-Kurse allerdings nicht statt. „Wir und die Frauen warten sehnlichst darauf, dass es wieder losgeht.“

Der Club Soroptimist International Bad Oeynhausen-Wittekindsland, fördert seit mehreren Jahren das Projekt BiA. Im vergangenen Jahr ist das Angebot mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Herford ausgezeichnet worden. „Die Gleichstellung der Frau ist unser größtes Anliegen“, sagt Roswitha Heitkamp-Kozma, und das Frauenhaus-Projekt sei ein wichtiges Anliegen der Soroptimistinnen. Sie möchten den Frauen positive Gedanken vermitteln. „Die sozialen Kontakte sind in der Regel weg, wir wollen ihnen helfen, wieder Fuß zu fassen.“

Schritt für Schritt geht auch Anna diesen Weg und ist froh über die Angebote im Frauenhaus. Hier wohnt sie mittlerweile seit anderthalb Jahren. „Es ist ein Sonderfall“, sagt Erk. Im Durchschnitt sind die Frauen etwa sechs Monate hier, bevor sie ein neues, selbstbestimmtes Leben außerhalb der Einrichtung beginnen.

(NW 26.03.2021)

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache - Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) verurteilt den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention auf das Schärfste.

Seit Jahrzehnten setzen sich internationale Frauenverbände für einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt ein. In Istanbul wurde dazu 2011 das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, gezeichnet und von der Türkei als erstem Beitrittsstaat ratifiziert. Weitere 45 Staaten folgten. Am vergangenen Samstag hat der türkische Präsident Erdoğan per Dekret verfügt, dass die Türkei aus der Konvention austritt. Laut Erdoğan schränke die Konvention den "Aufbau der Familien" in der Türkei massiv ein.

Simone Thomas, eine von derzeit sieben BAG-Bundessprecherinnen, erklärt: „Damit hat der Präsident deutlich gemacht, was er von Gleichberechtigung hält. Die türkische Regierung sieht Gewalt gegen Frauen weiterhin als privates Thema an und entzieht sich der Verantwortung Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen. Die Unterdrückung der Frau wird toleriert und das Patriarchat verwehrt Frauen ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben. Die Türkei entfernt sich damit weiter von demokratischen Werten.“

Alarmierende Zahlen

Weltweit ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Deutschland ist die Istanbul-Konvention noch nicht in Gänze umgesetzt. Es gibt unvermindert hohe Zahlen an Partnerschaftsgewalt. Jeden 3. Tag wird eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet.  

Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie die häusliche Gewalt verschärft hat. In der Türkei wurden 2020 über 300 Femizide gezählt. Die Aufkündigung der Istanbul-Konvention in dieser Situation ist an Zynismus kaum zu übertreffen.

Deutschland und die EU müssen sich dem entschlossen entgegenstellen. Antifeministischen Strömungen muss mit aller Kraft entgegengetreten werden. „Frauenrechte sind Menschenrechte und dürfen nicht zurückgenommen werden“, so Simone Thomas.

Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltschutz sind keine Verhandlungssache. Die BAG zeigt sich solidarisch mit den Frauen in der Türkei und der türkischen Frauenbewegung und appelliert an die Bundesregierung, dem Austritt der Türkei Konsequenzen folgen zu lassen.

Gegen Diskriminierung und Rassismus

Jörg Lange (Diakonisches Werk) und Malika Mansouri (DRK Herford-Stadt) helfen in den beiden Antidiskriminierungsstellen gerne weiter. Sie wollen antirassistische Initiativen stärken und Menschen beratend helfen.

Mit zwei zusätzlichen Arbeitsstellen und einem gemeinsamen Projekt stemmen sich der Kreisverband Herford-Stadt vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und das Diakonische Werk im Kirchenkreis Herford gegen alle Formen von Diskriminierung.

„Wir möchten einen starken Beitrag zu einer rassismusfreieren Gesellschaft und der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen leisten“, erklärt Ralf Hofmann, Kreisgeschäftsführer vom DRK Herford-Stadt. Das bestätigt Barbara Geisler-Hadler. „Seit vielen Jahren sind das DRK und wir unter anderem in der Beratung und Betreuung von Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte aktiv. Ich bin froh, dass wir jetzt das Angebot gemeinsam erweitern konnten“, sagt die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks.

Bereits Ende vergangenen Jahres wurden in Herford zwei vom Land NRW geförderte „Servicestellen für Antidiskriminierungsarbeit“ gegründet, jeweils eine beim DRK und beim Diakonischen Werk. Die zwei Servicestellen sind unabhängige Anlaufstellen für alle Menschen, die Diskriminierung und Rassismus erfahren.

In enger Zusammenarbeit sollen die beiden Servicestellen die Betroffenen beraten, unterstützen und stärken. „Also diejenigen, die zum Beispiel wegen ihres Kopftuches keine Arbeit bekommen“, erläutert Jörg Lange vom Diakonischen Werk. „Denn Rassismus, auch antimuslimischer Rassismus, ist leider längst salonfähig und verletzt die Betroffenen in ihren Rechten.“

Alle Menschen die Diskriminierung – egal ob im Alltag, im Beruf oder in Institutionen – erleben, können sich melden. Auch und gerade dann, wenn sie sich nicht ganz sicher sind, ob das, was sie erleben, diskriminierend oder rassistisch ist. Diskriminierung und Rassismus zu erkennen und zu benennen, ist für sich alleine schon eine schwierige Aufgabe, mit der Betroffene nicht allein gelassen werden sollen. In einem Gespräch lässt sich oft Klarheit gewinnen und Unterstützung finden. Die Servicestellen beraten im Rahmen ihrer Expertise selbst oder können weiterverweisen.
Die Beratung ist unabhängig, kostenlos, anonym und vertraulich. Sie kann per Mail, Telefon und persönlich wahrgenommen werden. Die Ratsuchenden können ihre Anliegen in einem geschützten Rahmen vortragen, Handlungsfähigkeit zurückgewinnen und sich beispielsweise über rechtliche Handlungsmöglichkeiten informieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation von DRK und Diakonischem Werk liegt in der Öffentlichkeitsarbeit. Vorträge, Fachgespräche und Workshops sollen die breite Öffentlichkeit diskriminierungs- und rassismuskritisch sensibilisieren und aufklären. Außerdem sollen zum Beispiel Organisationen dabei unterstützt werden, qualifizierte Antidiskriminierungsarbeit zu leisten und ihre eigene Arbeit kritisch zu reflektieren.
„Diskriminierung und Rassismus sind einfach zu benennen, wenn es um andere geht. Die eigentliche Aufgabe ist es, eigene individuelle und institutionelle Muster zu reflektieren. Insoweit wird das Thema institutioneller Rassismus eine große Herausforderung sein. Die beiden Träger gehen mit ihrer Schwerpunktsetzung positiv voran“, sagt Malika Mansouri vom DRK.

Weitere Kooperationen, die Vernetzung und der Austausch mit allen, die sich antidiskriminierend und rassismuskritisch einsetzen, sind gewollt.
Ratsuchende sowie am Thema Interessierte können die Antidiskriminierungsstellen telefonisch erreichen: Malika Mansouri beim DRK, Tel. 05221/1789823, und Jörg Lange, Diakonisches Werk, Tel. 05221/ 599833.

Westfalen-Blatt vom 17.03.2021

Wie Terre des Femmes sich für ein freies Leben von Frauen einsetzt

Die Organisation engagiert sich für von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen. Seit September 2019 gibt es eine Städtegruppe Herford. Eine erste Veranstaltung ist im Juni geplant.

Herford. Im September 2019 fanden sich Frauen aus dem Kreis zu einer Städtegruppe der 1981 gegründeten Organisation Terre des Femmes (TDF) zusammen. Die bisher zwölf Frauen der Städtegruppe Herford wollen die Themen von TDF in die Region tragen, bestehende Angebote für Mädchen und Frauen bekannter machen, aber auch eigene regionale Schwerpunkte setzen.

Eines dieser Themen ist die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen. „Laut einer Studie von TDF leben mindestens 70.000 betroffene Frauen in Deutschland“, sagt Ella Kraft, außerdem gehe TDF von knapp 17.700 Minderjährigen im Land aus, die gefährdet sind. Zwar sei Genitalverstümmelung seit 2013 auch dank des Drucks von TDF ein Straftatbestand, aber oft finde die Verstümmelung während Urlaubsreisen oder anlässlich von Familienbesuchen im Ausland statt.

„Im Kreis Herford fehlt bisher eine spezielle Anlaufstelle für Mädchen, die Angst haben“, sagt Kraft, bisher werden hilfesuchende Mädchen meist nach Bielefeld verwiesen, dabei sei ein ortsnahes Angebot auch im Kreis Herford besonders wichtig.

Engagiert auf vielen Feldern für Gleichberechtigung

Ein aktuelles Thema ist das Engagement gegen Prostitution. „Der Kreis Herford ist eine Hochburg der Prostitution in Ostwestfalen-Lippe“, sagt Marita Brink-Stucht: „Die aktuellen Gesetze lassen es zu, dass Zuhälter unter dem Schutz der Legalität Frauen in die Prostitution zwingen können. So hat sich Deutschland zum größten Bordell Europas entwickelt.“ Daher begrüße TDF das „Netzwerk Pro Sexkaufverbot“ der SPD und auch die Initiative der Landes-CDU, sich verstärkt um so genannte Armutsprostitution zu kümmern.

In vielen Bereichen konnten seit 1997 durch eine Reihe von Gesetzen Verbesserungen in Deutschland erreicht werden. TDF ist politisch unabhängig und engagiert sich schwerpunktmäßig außer gegen weibliche Sexualverstümmelung und Prostitution, gegen häusliche und sexualisierte Gewalt, Frauenhandel und Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratungen , Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft und ganz allgemein für Gleichberechtigung und Integration.

„Wir wollen mit unserem Engagement die Arbeit von TDF-Berlin auf lokaler Ebene bekannt machen“, sagt Kraft: „Wir klären auf, wo Traditionen Mädchen und Frauen das Leben schwer machen. Wir protestieren, wenn Rechte beschnitten werden und fordern eine lebenswerte Welt für alle Mädchen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei!“ Über die Städtegruppe ist es möglich, an Referentinnen, Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit, Broschüren, Filme oder Theaterstücke zum Thema oder Daten und Fakten zum Themenkomplex der Menschenrechtsverletzungen zu kommen.

Lokal will die Gruppe die Arbeit von Projekten im Kreis unterstützen, die sich für eine wahre Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft einsetzen. Gedacht ist dabei an Projekte, Arbeitsgruppen, Beratungsstellen im Gesundheitswesen oder Integrationszentren, die mit der Gleichstellungsarbeit befasst sind.

Angesichts des schon vor dem Ersten Weltkrieg als Initiative sozialistischer Organisationen entstandenen Internationalen Frauentages am 8. März erinnert die Gruppe daran, dass einige der damaligen Forderungen wie die nach dem Frauenwahlrecht inzwischen erreicht seien, Forderungen wie die nach besseren Arbeitsbedingungen und Löhnen aber ein weltweites Thema bleiben.

Sorge, dass bereits Erreichtes wieder verloren gehen könnte

Mit Sorge beobachten die Frauen einen gesellschaftlichen Backlash gegen Frauen, der sich in vielen Formen ausdrückt. „Die Selbstverständlichkeit, mit der Frauen in der Corona-Krise wieder zurück zu Kindern und Küche gedrängt wurden, droht viele längst erreicht geglaubte Errungenschaften zunichte zu machen“, sagt Kraft, „andere Zeichen sind der wieder sinkende Anteil von Frauen im Bundestag oder der Sexismus, mit der Mädchen und Frauen in den sozialen Medien angegangen werden, wenn sie es wagen, sich mit kontroversen Meinungen zu Wort zu melden.“

Viele Mädchen und Frauen hätten zunehmend Angst und zögen sich aus öffentlichen Debatten zurück, andere seien es einfach Leid, um jede Selbstverständlichkeit gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe aufs Neue kämpfen zu müssen. Auch Mut machen will die TDF-Gruppe, denn, so Kraft, mehr Frauen in der Politik und entscheidenden Positionen seien gut für die Gesellschaft. Denn im Gegensatz zu Männern denken Frauen meistens Männer und das Gemeinwesen mit.

TDF-Herford ist per E-Mail an herford@frauenrechte.org zu erreichen und offen für neue an der Mitarbeit interessierte Frauen. Eine Veranstaltung zum Thema Genitalverstümmelung soll am 15. Juni stattfinden, so es Corona zulässt.

Neue Westfälische vom 17.03.2021

Gleicher Lohn gefordert

Verteilten am „Equal Pay Day“ Fairtrade-Rosen: Sina Oestreich, Susanne Rutenkröger und Dorit Bethke.

Bünde WB: Mit dem Hissen einer Fahne hat sich die Stadt Bünde an dem bundesweit durchgeführten „Equal Pay Day“ beteiligt. Bis zu diesem Tag haben Frauen in Deutschland nach Angaben der Organisatorinnen durchschnittlich umsonst gearbeitet, während Männer schon am 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt wurden. Der „Equal Pay Day“ wurde 2008 ins Leben gerufen.

In diesem Jahr konnte die Fahne schon am 10. März gehisst werden. Seit 2008 wird der Lohnunterschied („Gender Pay Gap“) in jedem Jahr geringer. „Zufrieden sein können wir aber dennoch nicht. Von beruflicher Chancengleichheit sind Frauen noch weit entfernt. So wird in Branchen, die von Männern dominiert werden, mehr verdient, als in Pflege- und Erziehungsberufen, den klassischen Frauendomänen. Die Corona-Pandemie macht besonders deutlich, dass ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden muss, indem die Care-Berufe auch finanziell aufgewertet werden“, berichtet Dorit Bethke von der Stadt Bünde.

Am „Equal Pay Day“ setzte die Stadt ein Zeichen und verteilte nach dem Motto „Rosen statt Veilchen“ 130 Fairtrade-Rosen in der Innenstadt. „Faire Rosen stehen für feste Arbeitsverträge, Gewerkschaftsfreiheit sowie Mutter- und Arbeitsschutz. Auch strenge Umweltkriterien für Pestizideinsatz, Wasser- und Müllmanagement gehören zu den Fairtrade-Standards“, erklärt Sina Oestreich vom Amt für Wirtschaft, Standortentwicklung und Kultur.


Westfalen-Blatt vom 13.03.2021

Leserbrief: Weiter Weg zur Gleichstellung

Löhne. Zur Berichterstattung zum Weltfrauentag äußert sich NW-Leserin Doris Witte.

Eine geschlechtergerechte Sprache bedeutet keineswegs Gleichstellung. Das Gendersternchen, seit langem viel diskutiert und gleichsam in aller Munde, bewirkt es tatsächlich mehr Gerechtigkeit?

Noch immer werden Frauen bei gleicher Tätigkeit schlechter entlohnt als Männer. Aus welchem Grund eigentlich; sie leisten doch dasselbe? Gut, dass sich Frauen, deren Meinung gehört wird, für andere in weniger starken Positionen einsetzen.

Ich stamme noch aus einer Zeit, in welcher es bei etlichen Zeitgenossen hieß: Der Junge soll auf jeden Fall studieren, das Mädchen sich um den Haushalt und später dazu um die alten Eltern kümmern; ja, nebenher soll es Geld zuverdienen. Es spielte keine Rolle, ob dieses Mädchen über sehr hohe Intelligenz und Talente verfügte. Seine Begabungen entdecken, entwickeln und vervollkommnen war ein Recht, das längst nicht allen zugestanden wurde. Diese leidvolle Erfahrung machte auch ich.

Aber Chancengleichheit ist eine Selbstverständlichkeit, die auch heute noch nicht in allen Köpfen angekommen ist. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wenn noch in der heutigen Zeit Männer als prädestiniert gelten, wenn es um Führungspositionen geht.

Frauenverbände engagieren sich und das spricht doch unstreitig für das gar nicht so schwache Geschlecht. Es kann nicht sein, dass Frauen in unserem Jahrhundert noch immer so gravierend benachteiligt werden, ihnen gar ein Recht auf Selbstverwirklichung vorenthalten wird.
Dass diese Ungleichbehandlung bestenfalls schon morgen Geschichte ist, kann nicht allein den Frauen überlassen werden; das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gewiss dazu eine nicht so ganz leicht zu meisternde Herausforderung, was ja die keinesfalls würdevolle Realität derzeit noch belegt.
Doris Witte, Löhne

(Neue Westfälische vom 13.03.2021)

Britische Frauen wehren sich

Nachdem eine junge Frau auf dem Heimweg verschwindet, melden sich zahlreiche andere Frauen zu Wort. Sie haben Angst bei Dunkelheit nach Hause zu gehen.

Inzwischen haben Polizisten die Leiche der Vermissten gefunden.

London. Es ist, als habe sich etwas Tiefsitzendes endlich gelöst. Zu Tausenden berichten Frauen in Großbritannien über ihre Furcht vor dem einsamen Nachhauseweg. Es sind eindrückliche Schilderungen von der Angst im Nacken, wenn sie einen männlichen Fußgänger hinter sich wissen. Wie sie ihre Schlüssel fester greifen, wie sie extra Turnschuhe angezogen haben, immer bereit zur Flucht. „Jede Frau, die du kennst, ist schon verängstigt nach Hause gegangen“, fasst die Rechtsanwältin Harriet Johnson auf Twitter die Berichte zusammen. Es wirkt wie ein gemeinsamer Aufschrei gegen Gewalt, die viele Frauen im Land von Männern erleben mussten.

Doch dieser Aufschrei erfolgt nicht ohne Grund. Es ist ein weiterer, furchtbarer Kriminalfall, der das Land derzeit in Atem hält: Seit gut einer Woche wird Sarah E. vermisst. Die 33-Jährige ging abends von einer Freundin nach Hause, rund 50 Minuten hätte sie gebraucht. Doch sie kam nie an. Mit jeder Stunde verfestigt sich der Verdacht, dass die 33-Jährige von einer Straße in Südlondon entführt und getötet wurde. Inzwischen ist die Leiche der jungen Frau gefunden worden. Unter dringendem Tatverdacht: Ein Polizist und zweifacher Vater. Der Fall habe „Schockwellen“ durch die Londoner Polizei gejagt, betont die Behörde.

Doch vor allem ist der Schock groß über eine – vermutlich – weitere von einem Mann getötete Frau. Zwar beeilte sich Londons Polizeichefin Cressida Dick zu betonen, dass eine Entführung auf offener Straße eine absolute Seltenheit sei. Die zahlreichen Berichte in sozialen Netzwerken werfen aber ein anderes Licht auf das Thema.

Fast jede junge Frau in Großbritannien ist eigenen Angaben zufolge sexuell belästigt worden, wie die britische Vertretung der UN-Organisation für Geschlechtergerechtigkeit (UN Women UK) mitteilte. Doch nur vier Prozent der Betroffenen meldeten demnach den Vorfall – und 45 Prozent glaubten nicht, dass sich dadurch etwas geändert hätte. Die Chefin von UN Women UK, Claire Barnett, sprach von einer „Menschenrechtskrise“.

Die Täter bilden dabei Berichten zufolge das gesamte Spektrum der Gesellschaft ab – vom angetrunkenen Belästiger bis zum scheinbar braven Familienvater. Dieses Problem sexueller Gewalt ist keinesfalls auf Großbritannien beschränkt. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Vorfälle. Für Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr, als die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen warfen. Sie ließen die Autorin und Journalistin Sophie Passmann zur besten Sendezeit durch die fingierte Kunstausstellung „Männerwelten“ führen, um verschiedene Facetten des Themas anzusprechen.

In Großbritannien hat die Diskussion nun die Politik erreicht. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson hat für dieses Jahr ein Gesetz angekündigt, das Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Angriff nehmen soll. Die Schriftstellerin Caitlin Moran tweetete: „Ich bin 45, es ist 2021, und für mich gilt eine Ausgangssperre. Wie für alle Frauen.“ Und es gebe keine Pläne, dies zu ändern.

Auch wegen solcher Vorwürfe hat die Regierung rasch auf das Verschwinden von Sarah E. reagiert. Premierminister Johnson mahnte eine schnelle Aufklärung an. Doch die Regierung ist unter Druck.

(Neue Westfälische vom 13.03.2021)

Verfassungsgericht weist Wahlbeschwerde zur Quote ab

Neue Westfälische vom 03. Februar 2021

In den deutschen Parlamenten sind die Männer klar in der Überzahl. Klage von zehn Frauen und einem Mann.

Karlsruhe. Im aktuellen Bundestag sind nicht einmal ein Drittel der Abgeordneten Frauen – das liegt auch an den wenigen nominierten Kandidatinnen, ändert aber nichts an der Gültigkeit der Wahl. Das Bundesverfassungsgericht wies eine Wahlprüfungsbeschwerde von zehn Frauen am Dienstag als unzulässig zurück.

Die Klägerinnen finden, dass der Gesetzgeber dafür sorgen müsste, dass alle Parteien ebenso viele weibliche wie männliche Kandidaten aufstellen. Ihnen gelang es aber nicht, das Gericht zu überzeugen (Az. 2 BvC 46/19).

Im Moment sind von 709 Abgeordneten im Bundestag nur 223 Frauen. Das sind 31,4 Prozent. 2013 lag ihr Anteil immerhin bei 37,3 Prozent – ein deutlicher Fortschritt gegenüber früheren Jahrzehnten, aber von einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis immer noch ein gutes Stück entfernt. Das hat allerdings nicht nur mit der Auswahl der Kandidaten zu tun. In sämtlichen größeren Parteien sind die weiblichen Mitglieder deutlich in der Unterzahl.

Besonders niedrig ist der Frauenanteil in den Fraktionen von AfD (10,2 Prozent), CDU/CSU (20,7 Prozent) und FDP (23,8 Prozent). Nur bei Grünen (56,7 Prozent) und Linken (53,6 Prozent) sind die weiblichen Abgeordneten in der Mehrheit. Verfechter eines sogenannten Paritätsgesetzes wollen, dass der Gesetzgeber eingreift und den Parteien eine Geschlechterquote für die Kandidaten-Nominierung vorgibt. Das gibt es in anderen Ländern bereits, zum Beispiel in Frankreich.

In Deutschland hatten Thüringen und Brandenburg versucht, ein solches Gesetz einzuführen. Danach wären die Listen für die Landtagswahl abwechselnd mit Männern und Frauen zu besetzen. Beide Gesetze wurden aber von den Landesverfassungsgerichten vergangenes Jahr für nichtig erklärt. Dagegen sind zwei Verfassungsbeschwerden anhängig. Wann darüber entschieden wird, ist noch nicht absehbar.

In dem Verfahren jetzt ging es also noch nicht um die – spannendere – Frage, ob ein Paritätsgesetz mit dem Grundgesetz vereinbar wäre. Die Frauen wollten feststellen lassen, dass der Gesetzgeber verpflichtet gewesen wäre, für die Wahl eine solche Regelung zu erlassen. Damit hatten sie erwartungsgemäß keinen Erfolg. Der Gesetzgeber sei „nur in seltenen Ausnahmefällen“ zu einem konkreten Handeln verpflichtet, entschied der Zweite Senat unter Vizegerichtspräsidentin Doris König. Dies bedürfe einer besonderen Begründung – die die Frauen nicht geliefert hätten. Zwischen den Zeilen klingt aber schon an, wo verfassungsrechtliche Probleme liegen könnten.

Kommentar
Gleichberechtigung? Fehlanzeige!

So wird es also nicht gehen: Es wird in Deutschland nicht möglich sein, Parteien dazu zu verpflichten, auf ihren Wahllisten hälftig aufzuteilen zwischen Männern und Frauen. Die Richter des Bundesverfassungsgerichts haben eine entsprechende Wahlbeschwerde zurückgewiesen.

Sie haben zwar die Tür ein kleines Stück offen gelassen, indem sie erklärten, es handele sich nicht um eine Entscheidung über ein Paritätsgesetz. Aber wie die wohl ausfallen würde, haben sie gleich mitgeliefert. Ein Paritätszwang für Parteien widerspreche der im Grundgesetz festgehaltenen Wahlgleichheit und dem Demokratieprinzip und die Interessen von Frauen könnten nicht nur Frauen vertreten. Das alles lässt sich nachvollziehen. Das Problem ist die Praxis auch 102 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts hierzulande. Von Beginn an waren Frauen in den Parlamenten unterrepräsentiert – und sind es noch. Im Bundestag ist der Frauenanteil auf nicht einmal mehr ein Drittel gesunken, in manchen Führungsetagen von Ministerien kann man Frauen mit der Lupe suchen. Gleichberechtigung? Fehlanzeige!

daniela.vates@ ihr-kommentar.de

Frauenquote für Firmenvorstände beschlossen

Neue Westfälische vom 7. Januar 2021

Berlin (dpa). Die Bundesregierung hat die nach langem Koalitionsstreit vereinbarte Frauenquote für Unternehmensvorstände auf den Weg gebracht. Aus Sicht von Familienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) ist der der Kabinettsbeschluss ein Meilenstein für die Gleichberechtigung. Ähnlich äußerte sich die Union.

Kritik kam von Opposition und Gewerkschaften, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sprach von begrenzter Wirkung der Gesetzespläne, die noch vom Parlament gebilligt werden müssen. Der lange umstrittene Gesetzentwurf sieht vor, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau sitzen muss.

Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes gibt es noch strengere Regeln: Hier soll generell bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung mindestens eine Frau sein. Außerdem müssen Firmen künftig speziell begründen, wenn sie für den Vorstand, die beiden obersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands und den Aufsichtsrat ohne Frauen planen. Die Sanktionen bei Verletzung der Berichtspflichten sollen schärfer werden.

„Das ist ein riesengroßer Erfolg“, sagte Giffey. Sie betonte, dass es nicht leicht gewesen sei, in der schwarz-roten Koalition eine Einigung zu finden. Lambrecht sprach von einem guten Tag für all die hoch qualifizierten Frauen in Deutschland. Auch die Union lobte den Kompromiss. Man habe jahrelang versucht, den Frauenanteil in Führungspositionen auf freiwilliger Basis zu erhöhen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön. „Es gab immer wieder Zusagen, dies zu realisieren. Aber die Realität sieht leider anders aus. Jetzt handeln wir.“

Aus Sicht der Grünen-Politikerinnen Ulle Schauws und Claudia Müller ist der Regierungsentwurf schwach und lediglich ein Minimalkonsens. Auch der DGB sprach sich für strengere Regelungen aus, ähnlich äußerte sich die Linke.

Strafe für Paris: Zu viele Frauen in Führungsposten

18. Dezember 2020

Aufregung über elf Frauen und fünf Männer: Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat über eine „absurde“ Geldstrafe wegen zu vieler Frauen in Führungspositionen gespottet. Die Stadt müsse 90.000 Euro zahlen, weil 69 Prozent der Führungsposten im Jahr 2018 mit Frauen besetzt worden waren, sagte Hidalgo. „Das Schöne an der Bürokratie ist, dass sie absolut kein Unterscheidungsvermögen kennt und deshalb alles wagt“, spottete sie. Die Strafe hat das Ministerium für den Öffentlichen Dienst verhängt. Die zuständige Ministerin Amélie de Montchalin pflichtete Hidalgo allerdings bei. Die Sache der Frauen habe etwa Besseres verdient, schrieb sie.

Die Strafe geht auf ein Gesetz zurück, dass große Städte dazu verpflichtete, bei der Vergabe von Führungsposten mindestens 40 Prozent jedes Geschlechts zu berücksichtigen. Im Jahr 2019 wurde das Gesetz geändert und sieht Straffreiheit vor, wenn es keine Ungleichheit bei den Führungsposten gibt. Die Strafe für die Stadt Paris bezieht sich aber auf die Ernennungen im Jahr 2018 und muss gezahlt werden.

Hausarbeit bleibt in Pandemie Frauensache

Für die repräsentative Befragung hatte der Marktforscher Ipsos mehr als 1.000 Menschen befragt. „Haus- und Sorgearbeit ist Sache der Frauen. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie wenig sich an der überkommenen Rollenverteilung geändert hat“, kritisierte die stellv. DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Die Folgen von Einschränkungen im öffentlichen und beruflichen Leben und bei den Betreuungsangeboten für die Kinder belasten laut Studie vor allem Frauen stark – Kochen, Kinderbetreuung, schulische Unterstützung. Rund 69 Prozent der Frauen gaben an, dass sie überwiegend die generelle Hausarbeit erledigen. Unter den Männern sagten das nur 11 Prozent von sich, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung hieß. Ein ähnliches Bild ergab sich bei Kinderbetreuung und Homeschooling.

Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen. Hilfe für Betroffene.

Jede vierte Frau wird statistisch gesehen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt.

Körperliche Misshandlung, Vergewaltigung, Drohungen, Demütigungen, Erniedrigungen, sexuelle Gewalt, Kontrolle, Schikane, Stalking, Zwangsheirat, Gewalt im Namen der Ehre, Menschenhandel oder Mobbing – Gewalt (nicht nur an Frauen) hat, wie man sieht, viele Gesichter. „Sie findet statt im täglichen Leben, Zuhause, auf der Arbeit und immer mehr in den sozialen Netzwerken“, weiß Nicole Schweitzer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho. „Gewalt gegen Frauen wird oft verharmlost, als „normal“, oder „übertrieben“ abgestempelt oder gar ignoriert. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Viele Betroffene sprechen aus Scham oder Angst nicht über das Erlebte“, so Nicole Schweitzer.

Am 16. November hissten Bürgermeister Rocco Wilken und Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer gemeinsam die Fahne „Frei Leben ohne Gewalt“, von Terre de femmes e.V, welche noch bis zum 30. November hängen bleibt: „Die blaue Fahne steht unter anderem dafür, Gewalt an Frauen aus der Anonymität zu holen und sichtbar zu machen. Frauen, die von Gewalt betroffen sind, brauchen schnelle, unbürokratische Beratung und Unterstützung“, sagt Nicole Schweitzer.

Jedes Jahr stellt TERRE DES FEMMES ein anderes Schwerpunktthema in den Fokus der Fahnenaktion „frei leben – ohne Gewalt“, um auf die verschiedenen Formen von Gewalt an Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen. Dieses Jahr macht die Frauenrechtsorganisation unter dem Hashtag #meinherzgehörtmir auf Zwangs- und Frühehen aufmerksam. Laut UNICEF werden jährlich 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet, auch bei uns in Deutschland!

Informationen zu Hilfe und Beratung

#Schweigenbrechen: Das Hilfetelefon, Beratung und Hilfe für Frauen

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben.

Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, werden rund um die Uhr unterstützt. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten.

Ob telefonisch, per E-Mail oder im Chat – die Beratung beim Hilfetelefon erfolgt auf vielen Wegen. Sie ist zudem mehrsprachig und barrierefrei.

Mit der Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" ruft das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" alljährlich alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen bringt das Hilfetelefon das Thema dahin, wo es hingehört: auf die öffentliche Tagesordnung. Helfen auch Sie mit, und machen Sie auf das Thema "Gewalt gegen Frauen" aufmerksam!

Telefonberatung

Unter der 08000 116 016 erreichen Sie das Hilfetelefon rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen – an 365 Tagen im Jahr. Ihr Anruf beim Hilfetelefon ist kostenlos und nach Wunsch bleiben Sie völlig anonym. Selbstverständlich wird Ihr Anruf streng vertraulich behandelt.

E-Mail-Beratung

Manchmal ist es leichter, Erlebnisse, Gefühle oder Gedanken schriftlich mitzuteilen. Es hilft, sich zu sammeln und Struktur in das Gefühlschaos zu bringen. Sie haben daher die Möglichkeit, sich über einen geschützten E-Mail-Bereich an das Hilfetelefon zu wenden. Anfragen werden innerhalb von 24 Stunden beantwortet. Bitte beachten Sie, dass eine Online-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Eine E-Mail-Beratung ist möglich unter folgendem Link.

Chat-Beratung

Egal ob von Zuhause oder von unterwegs: In der Chat-Beratung des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" können Sie schnell und unkompliziert Hilfe erhalten. Bitte beachten Sie, dass auch eine Chat-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Eine Chat-Beratung ist möglich unter folgendem Link.

Sofort-Chat

Der Sofort-Chat ist täglich zwischen 12 und 20 Uhr erreichbar. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sobald Sie den Sofort-Chat betreten, nimmt eine Beraterin Kontakt zu Ihnen auf. Bitte beachten Sie, dass unsere Online-Beratung ausschließlich in deutscher Sprache möglich ist.

Der Sofort-Chat ist möglich unter folgendem Link.

Beratung in Gebärdensprache

Für die Beratung in Deutscher Gebärdensprache und in Deutscher Gebärden-Schriftsprache brauchen Sie einen Computer mit Kamera. Einen Internet-Anschluss (DSL). Und das Programm vom Tess-Relay-Dienst.

Eine Beratung in Gebärdensprache ist möglich unter folgendem Link.

Beratung in Leichter Sprache

Sie möchten denen helfen, die Gewalt erleben?

"Gut genug" - Eine Kurzgeschichte über Partnerschaftsgewalt... aus der Sicht einer Freundin

Wie kann man helfen, wenn eine Freundin, eine Bekannte oder eine Kollegin Gewalt erlebt? Wenn sie nicht darüber sprechen will und sich zurückzieht? Wenn man vermutet, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung gefangen ist?

Link zur Kurzgeschichte

Frauenhäuser in NRW

Hier werden Sie schnell und unkompliziert über freie Frauenhausplätze in NRW informiert. Darüber hinaus können weitere wichtige Informationen über Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen abgerufen werden.

www.frauen-info-netz.de

Frauenberatungsstellen in Ihrer Nähe finden

Bericht der Bundesregierung

Bericht der Bundesregierung zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder.

Der Bericht gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das gesamte bundesweite Hilfesystem bei Gewalt gegen Frauen.

Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen: Vlotho zeigt Flagge

Am Montag haben die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer und Bürgermeister Rocco Wilken die Flagge vor dem Vlothoer Rathaus gehisst.

Seit 2001 setzen auch im Kreis Herford die Gleichstellungsstellen, Frauenprojekte und andere Verbände dieses sichtbare Zeichen und gedenken all der Frauen, die Gewalt zum Opfer fielen. Bundesweit werden in mehr als 800 Kommunen diese Fahnen gehisst, so auch in der Weserstadt.

„Auch wir in Vlotho wollen Flagge zeigen und bei dieser Aktion mitmachen“, erklärten Bürgermeister Rocco Wilken und die neue Vlothoer Gleichstellungsbeauftragte Nicole Schweitzer, die dieses Amt als Nachfolgerin von Christel Jessen im September angetreten hatte. Beide hissten neben der blauen Aktionsfahne auch die Regenbogenfahne vor dem Vlothoer Rathaus, da am Montag Vlotho als „Stadt der Vielfalt“ auch den „Tag der Toleranz“ gefeiert hat. „Das Rathaus steht für Offenheit, Toleranz und für die Unterschiedlichkeiten in allen ihren Facetten“, betonte der Bürgermeister, nachdem die Fahnen im Wind vor dem Rathaus flatterten.

Im Zuge der Fahnenaktion weist die Gleichstellungsbeauftragte auf erschreckende Zahlen hin: So hat jede vierte Frau in Deutschland schon einmal häusliche Gewalt erlebt. Außerdem müssen jährlich 40.000 Frauen und Kinder vor der Gewalt des Partners ins Frauenhaus flüchten.

Die Fahne wird nun bis zum 30. November als sichtbares Zeichen gegen die Gewalt an Mädchen und Frauen wehen. Die Veranstaltungsreihe mit zahlreichen Vorträgen zu diesem Thema, die ursprünglich in diesem Zeitraum geplant worden war, musste coronabedingt abgesagt werden.

 

Gleichstellungsstellen sagen fast alle Veranstaltungen ab

Kreis Herford. Im November finden traditionell viele Veranstaltungen und Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der am 25. November weltweit begangen wird, statt.

„Wir hatten uns so viel vorgenommen und sind sehr traurig, dass wir wegen eines erneuten Lockdowns jetzt fast alle Veranstaltungen absagen müssen“, so Monika Lüpke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne. So finden weder der „WenDo-Kurs“ noch die Info-Abende zu den Themen „Traumatisierung durch häusliche Gewalt“, „K.o-Tropfen – Wie schützen wir unsere Töchter und Söhne?“ oder der Vortag „Gegen Zwangsheirat und Frühehen“ statt. Der Film „Woman“ wird ebenso wenig gezeigt wie auch der in Kooperation mit Soroptimist International Club Bad Oeynhausen/Wittekindsland geplante Filmabend „Astrid“ abgesagt wird.

Lediglich der Fachtag „Femizide und Hochrisikofälle in der Praxis“ vom Fachforum gegen häusliche Gewalt findet als Online-Angebot statt.
Und selbstverständlich werden auch in diesem Jahr vom 16. bis 30. November die von Terre des Femmes kreierten Fahnen „Frei leben – ohne Gewalt“ wehen.

Und die „Brötchentütenaktion – Gewalt kommt nicht in die Tüte“ kann auch die Corona-Pandemie nicht verhindern. Rund um den 25. November verwenden viele Bäckereien im Kreis Herford und in Minden-Lübbecke Tüten mit entsprechenden Aufdrucken um auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen und gleichzeitig das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen bekannt zu machen.

Darüber hinaus sollten in Kooperation mit dem kommunalen Kino „Lichtblick“ in Kirchlengern Frauenfilme zum Thema Sexismus und Rassismus gezeigt werden, die ebenfalls abgesagt werden muss. Weitere Infos unter Tel. (0 57 32) 10 03 44 oder m. luepke@loehne.de



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