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Umbau der Kläranlage

Allgemeine Informationen

Die Kläranlage Vlotho wird derzeit umfassend umgebaut. Die Baumaßnahmen sollen nach derzeitigen Planungen im Jahr 2022 abgeschlossen werden. Unter anderem wird nach erfolgtem Umbau auch die sogenannte vierte Reinigungsstufe erfüllt. Diese vierte Reinigungsstufe umfasst einen zusätzlichen Verfahrensschritt in der Kläranlage, der zur weiteren Reinigung des behandelten Abwassers dient, insbesondere der Elimination von Mikroschadstoffen.

Lageplan (rot = Neubau , gelb = Abriss, grün = Umbau, grau = Bestand):

Kläranlage - Umbau
Kläranlage - Umbau


Ansicht nach Fertigstellung (Animation in 3D). Allerdings wird auf dem Bild noch der neue Faulturm vom alten Faulturm (der abgerissen wird) verdeckt.

Kläranlage - Umbau
Kläranlage - Umbau

Technische Informationen

Über technische Informationen zum Bauablauf können Sie sich hier informieren.

Abrissarbeiten

Im 1. Abschnitt wurden durch das Abbruchunternehmen bisher das Löschwasserrückhaltebecken, Regenwasserkanäle und Schächte und der überwiegenden Teil des Nacheindicker 1 abgerissen.

Bis Ende Februar 2019 ist der Nacheindicker 1 vollständig abgebrochen und die Bohrebene für die Pfahlgründung des neuen Faulbehälters hergestellt.

Die nächsten Abbruchabschnitte finden dann voraussichtlich wie folgt statt:

August 2020 bis September 2020
Teilrückbau und Verfüllung des Speicherbeckens

Dezember 2021 bis Februar 2022
Teilrückbau und Anpassungsarbeiten der Bioforanlage

Februar 2022 bis April 2022  
Abriss alter Faulbehälter

April 2022 bis Juni 2022
Teilrückbau Treppenturm des Betriebsgebäudes

Faulbehälter

Seit Sommer 2019 werden durch die Firma Leymann die Betonbauarbeiten im 2.Bauabschnitt ausgeführt. Hierzu wird aktuell der neue Faulturm betoniert. Die Besonderheit hierbei ist die zum Einsatz kommende ringförmige Kletterschalung, die Gerüst und Schalung in einem System verbindet. In nur 5 Betonierabschnitten, mit lediglich einer horizontalen Fuge je Abschnitt, werden die Wände des Faulturmes errichtet.

Der Faulturm wird in Form einer zylindrischen „Dose“ mit flacher Sohle und flachem Dach aus Stahlbeton hergestellt. Er hat einen Innendurchmesser von 10,50 m und die lichte Höhe beträgt 12,50 m. Er wird auf 23 Vollverdrängungspfählen mit einem Durchmesser von ca. 40 cm gegründet. Die Pfähle sind ca.13,70 m lang. Weitere 4 Pfähle sind für das Fundament des neuen Treppenturms vorgesehen.

Nach Fertigstellung sollen hier die anfallenden Klärschlämme aus der Vorklärung und der Belebungsanlage ausgefault werden. Aus dem dabei anfallenden Faulgas wird mittels Blockheizkraftwerk Strom und Wärme gewonnen.

Sobald die Inbetriebnahme des neuen Behälters erfolgt ist, wird der alte Faulbehälter abgerissen.


Nachdem der neue Faulbehälter betontechnisch fertiggestellt ist, folgt im Januar/Februar 2020 die Dichtheitsprüfung. Nach erfolgreicher Prüfung beginnt im Anschluss die Installation der verfahrenstechnischen Ausrüstung.

Maschinengebäude

Das Kellergeschoss des Maschinengebäudes wird in der 3. KW 2020 mit den Betonarbeiten der Kellerdecke abgeschlossen sein. Ab der 4. KW beginnen die Mauerarbeiten zur Herstellung des Erdgeschosses.

Überschussschlammeindickung

Funktion:
Der aus dem Rücklaufschlammstrom abgezogene Überschussschlamm ist mit Trockensubstanzgehalten unter 1,0 % zu dünn, um ihn bei wirtschaftlichem Betrieb direkt in den Faulbehälter zu geben. Daher wird eine maschinelle Überschussschlammeindickung (ÜSE) vorgesehen, die den Schlamm auf einen Feststoffgehalt von 5,0 - 6,0 % eindickt, bevor er im Rohschlammvorlagebehälter mit dem aus der Vorklärung abgezogenen Primärschlamm vermischt wird. Als Standort für die Überschussschlammeindickung wurde die Stahlhalle gewählt, in der die technisch abgängige Fäkalannahme untergebracht war. Dort werden zukünftig ein Bandeindicker, die Dickschlammpumpe zur Förderung des eingedickten Überschuss-schlammes zur Rohschlammvorlage sowie eine Polymeraufbereitungsanlage aufgestellt.
Ab Sommer 2021 wird die Überschussschlammeindickung betriebsbereit sein.

Bautechnik:
Die Verkleidung der Stahlhalle wurde bereits jetzt mit wärmegedämmten Stahlsandwichelementen fertiggestellt, sodass vor Installation der verfahrenstechnischen Ausrüstung zur maschinellen ÜSE, die Halle als Lagerplatz genutzt werden kann.

Verfahrenstechnische Ausrüstung:
Zur maschinellen Eindickung des Überschussschlammes soll ein Siebbandeindicker eingesetzt werden.
Eine Polymeraufbereitungsanlage wird als 2-Kammer-Anlage vorgesehen. Dadurch wird eine gleichmäßige Qualität des Flockungshilfsmittels durch eine ausreichende Reifezeit sichergestellt. Die Bereitstellung des Polymers erfolgt über einen IBC, der auf einer separaten Leckagewanne neben der Polymeraufbereitungsanlage gelagert wird.

Rücklaufschlammpumpwerk

Funktion:
Der sich in den Schlammtrichtern der Nachklärbecken sammelnde, eingedickte Belebtschlamm muss über ein entsprechendes Pumpwerk zurück in die Biologie gefördert werden. Hierfür wird ein Schneckenpumpwerk zur Förderung des Rücklaufschlammes (RLS) installiert.

Neben den Rücklaufschlammpumpen sind in diesem Bauwerk auch ein Schwimmschlammschacht, ein Ablaufschacht für die Nachklärung sowie ein Messraum für die Ablaufmengenmessung, für die Rücklaufschlamm-Mengenmessungen, für die Mengenmessung zur Spurenstoffelimination (4. Reinigungsstufe) und für die Ablauf-Probenahme integriert.

Bautechnik:
Da die Belebungsanlage vollständig aufragend gebaut wird, muss auch das Rücklaufschlammpumpwerk (RLS-PW) auf eine entsprechende Höhe gesetzt werden. Das führt dazu, dass die Sohle der Vorlagekammern des Rücklaufschlammpumpwerks rd. 3,55 m über der zukünftigen Geländeoberkante (GOK) liegt.

Der Gebäudekomplex RLS-PW ist auf insgesamt 9 Vollverdrängungspfählen mit einem Durchmesser von jeweils etwa 0,40 m und einer Länge von rd. 12,30 m gegründet. Die Gebäudeunterkante wird etwa 1,40 m unter der zukünftigen Geländeoberkante an der Frontseite gegründet. Dadurch ist die Frostsicherheit des Bauwerks gegeben. Um die gepflasterte Fläche zwischen den Nachklärbecken (unter der Arbeits- und Wartungsebene) begehbar zu machen, wird auf der Ostseite des Gebäudes ein Treppenaufgang hergestellt.

Alle hergestellten Arbeits- und Wartungswege sind umlaufend durch ein Geländer aus Edelstahl gesichert. An der Frontseite des Gebäudekomplexes führt eine Stahltreppe von der Geländeoberfläche auf die Arbeitsebene oberhalb des Rücklaufschlammpumpwerks hinauf.

Verfahrenstechnische Ausrüstung:
Die Rücklaufschlammpumpen werden als Schneckentrogpumpen ausgeführt, von denen jeweils eine einem Nachklärbecken direkt zugeordnet ist. Sie werden unter 30 ° aufgestellt und jeweils mit einem Frequenzumrichter ausgestattet.

In den Rücklaufschlammleitungen aus den beiden Nachklärbecken ist jeweils eine Ultraschall- Durchflussmengenmessung angeordnet, sodass – in Kombination mit der Mengenmessung im Zulauf zur Kläranlage – beide RLS-Pumpen unabhängig voneinander auf die angestrebte Fördermenge eingeregelt werden können.

In der Trennwand zwischen den beiden Vorlagekammern befindet sich ein Wanddurchgang, der die Außerbetriebnahme einer Schneckenpumpe ermöglicht. Der Wanddurchgang wird durch einen Vorwandschieber mit Elektroantrieb verschlossen.

Nachklärbecken

Funktion:
Die Abscheidung des Belebtschlammes aus dem Abwasserstrom erfolgt in zwei runden, vorwiegend horizontal durchströmten Nachklärbecken (NKB) durch statische Absetzvorgänge. Die Beschickung der Nachklärbecken erfolgt über ein höhenverstellbares Mittelbauwerk, in dem der Abwasserstrom beruhigt und so geführt wird, dass er horizontal in die Nachklärbecken eingeleitet wird. Der abgesetzte Belebtschlamm wird an der Beckensohle und im Schlammtrichter weiter eingedickt, während das weitgehend feststofffreie, gereinigte Abwasser über eine umlaufende Ablaufzahnschwelle aus den NKB abfließt.

Bautechnik:
Die Nachklärbecken werden auf jeweils 28 Vollverdrängungspfählen mit einem Durchmesser von ca. 0,40 m und einer Länge von rd. 14,80 m gegründet.

Die beiden NKB werden als baugleiche Rundbecken mit 20,00 m Durchmesser hergestellt. Die äußere Ringwand jedes Beckens ist 5,38 m hoch und 0,35 m dick.

Ansicht Nachklärbecken
Ansicht Nachklärbekcen (aus 3D-Animation)

Die Ablaufrinnen werden mit begehbaren GFK-Platten abgedeckt und auf der Außenseite umlaufend durch ein 1,10 m hohes Geländer gesichert. Auf der Innenseite dient die Beckenwand als Absturzsicherung. Die so hergestellten umlaufenden Wartungswege können über eine Arbeitsebene betreten werden, die zwischen den Nachklärbecken durch Gitterroste flächig hergestellt wird. Die Gesamtheit der so hergestellten Wartungswege im Bereich der Nachklärbecken können über das Rücklaufschlammpumpwerk betreten werden.

Verfahrenstechnische Ausrüstung:
Die Ablaufkanten entlang der Ablauföffnungen werden innenliegend durch ein Tauchblech vor dem Abtrieb von eventuell aufschwimmenden Abwasserbestandteilen geschützt. An der Außenseite der Öffnungen wird eine Zahnschwelle als Ablaufkante installiert, über die der Ablauf der Nachklärbecken in die Ablaufrinne gelangt.

Der sich am Beckenboden absetzende Belebtschlamm wird mit Räumschilden in die Beckenmitte zum Schlammtrichter geschoben. Die Schlammräumschilde sind an der Räumerbrücke des jeweiligen Nachklärbeckens befestigt, die in der Mitte des Nachklärbeckens auf dem Mittelbauwerk drehbar gelagert ist und auf der Beckenaußenwand mittels Zahnstangenantrieb geführt im Kreis bewegt wird. Unterhalb der Räumerbrücke ist ein Schwimmschlammabzug in Form einer selbstjustierenden Skimmrinne mit Pumpenkasten installiert.

Zum Schutz gegen Absturz auf die Geländeoberfläche sind zwei der Leitern im Bereich der Arbeitsebene zwischen den NKB angeordnet. Im Bereich der beiden übrigen Leitern sind die umlaufenden Wartungswege durch jeweils ein Gitterrostpodest erweitert. Durch diese Anordnung der Aufstiegsleitern ist gewährleistet, dass ein Aufstieg auf die Räumerbrücken jeweils nur an den beiden bautechnisch abgesicherten Stellen möglich ist.

Ansprechpartner für das Projekt

Ralph Schilling

Vlothoer Wirtschaftsbetriebe
Abwasser (techn. Angelegenheiten)

Weserstraße 9
32602 Vlotho

Presseartikel

Hier finden Sie den Link zu dem Presseartikel "Erster Spatenstich für Neubau auf Gelände in Vlotho – laufender Betrieb geht weiter" in der Vlothoer Zeitung vom 23.08.2019

 (Stand: 24.03.2020)

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